My Fluffy Turtle

Der Schildkrötenblog

20. August 2016
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„Schildkröten im Fokus“ – Ausgabe 3/2016

Schildkroeten im Fokus 3_2016

Ab sofort ist die August-Ausgabe der „SCHILDKRÖTEN IM FOKUS“ lieferbar.


Schildkröten im Fokus, Ausgabe 3/2016, Inhalt:

Gunda Meyer de Rojas: Wachstum und Gewicht bei Europäischen
Landschildkröten: Über Sinn und Unsinn von
Gewichtskontrollen

Anika Suski: Sachkundenachweis – ein Befähigungsnachweis für Tierhalter

Hans-Jürgen Bidmon: „Zusammenfassungen wissenschaftlicher Arbeiten“, Rubrik „Wissenschaft im Fokus“

Bernd Pitzer: Von Brandstiftern, Pilzen und Blutsaugern: Schildkröten Griechenlands in Gefahr!

Timo und Nicole Schön: Entstehung eines Zimmerteiches für Wasserschildkröten

Thorsten Geier: AGROBS – Schildkröten-Futter aus dem bayerischen Alpenvorland

Der Schwerpunkt liegt dieses Mal bei Europäischen Landschildkröten. Das Cover wurde durch eine Facebook-Abstimmung ausgewählt. Über 100 Teilnehmer haben dabei für dieses Cover-Bild „geliked“. Vielen Dank an alle, die hierbei mitgemacht haben.

Diese Ausgabe ist für mich etwas ganz Besonderes, denn ich habe zum ersten Mal nicht nur korrekturgelesen, sondern auch meinen ersten Beitrag geschrieben 🙂
Mein nächster geplanter Artikel soll sich um das noch eher unbekannte Thema „Tiertransporte bei Schildkröten“ drehen. Dazu würde ich gerne eure Meinung zu diesem Thema erfahren und euch herzlich bitten an dieser Umfrage teilzunehmen. Die Umfrage dauert nur ein paar Minuten und ist selbstverständlich anonym. Ich danke euch 🙂

12. August 2016
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Zoobesuch: Zoo Hagenbeck in Hamburg

Wir waren im Mai in Hamburg unterwegs und machten eine Stadtrundfahrt. Dort erfuhren wir, dass der Hamburger Zoo in der Nähe sei. Es ist bei uns schon irgendwie Tradition geworden, dass wir den ortsansässigen Zoo besuchen, wenn wir in einer anderen Stadt sind, also fuhren wir sofort hin. Erst als wir fast da waren, wurde mir klar, dass es sich um den Zoo Hagenbeck handelt. Ich hatte das gar nicht mehr im Kopf, dass er in Hamburg ist, hatte aber schon so viel gehört oder in den Zoosendungen im TV gesehen.

Rechts neben dem Eingang zum eigentlichen Zoo steht ein Tropenaquarium. Man kann das Aquarium und den Zoo einzeln besuchen und zahlt für die Eintrittskarten jeweils 15€ als Erwachsener. Wir gingen zuerst in das Aquarium und waren überwältigt.
In den meisten Zoos hat man im Aquarienhaus einfach ein paar Süß- und Salzwasseraquarien, die in den Wänden eingelassen sind und evtl. mal ein paar große offene Becken.Zoo Hagenbeck Mata MataIm Tropenaquarium in Hagenbeck gibt es solche Becken zwar auch, jedoch gibt es darüber hinaus noch viel mehr. Als wir reinkamen standen wir in einer Art Tropenkuppel und vor uns saß eine Schar Lemuren. Den Weg entlang kann man immer wieder runter in klein Teiche schauen. Direkt in den ersten Teichen sahen wir eine große Fransenschildkröte, zwei Schlangenhalsschildkröten und einige Rotbauchspitzkopfschildkröten. An jedem Gehege gab es Ständer mit laminierten Steckbriefen zu den bewohnenden Arten.Zoo Hagenbeck Schilder

Nach der Tropenkuppel, in der auch einige sehr große Krokodile leben, liefen wir durch dunkle Gänge und kamen in das eigentliche Aquarium. In manchen Räumen, schaute man durch Bullaugen in riesige Becken, so als säße man in einem U-Boot. Ein Bereich wurde in eine Tropfsteinhöhle umfunktioniert, in der Fledermäuse lebten. In einer augenscheinlich offenen Ecke saß eine Spinne, die man mit einem Scheinwerfer suchen konnte. Schmale, unauffällige Wasserfälle an den Wänden und eine kleine Wasserrinne am Boden hindern die Spinne ihren Platz zu verlassen. Ameisenstraßen begleiten die Besucher meterweit durch die Flure in ihren Röhren. Ein Highlight war das Riesenbecken mit einer meterhohen und meterbreiten Glasfront. Von hier aus, konnte man das „U-Boot“ sehen, von welchem man aus vorher in das Becken schauen konnte.

Nach dem Tropenaquarium gingen wir in den eigentlichen Zoo. Die Gehege sind liebevoll gestaltet. Die Tiere haben mehr Platz als in vielen anderen Zoos, ohne in ihren Gehegen zu verschwinden.

Hier war mein Highlight natürlich das Gehege der „Riesenschildkröten“. Diese saßen aufgrund des schlechten Wetters in ihrem Schutzhause und dösten vor sich hin.Zoo Hagenbeck RiesenschildkroetenhausZoo Hagenbeck Riesenschildkroeten

Warum ihr Indoorteich leer war, weiß ich leider nicht.

Die Tour durch den Zoo war klasse. Ich habe einen Elefantenrüssel gestreichelt, war in einem Kühlraum mit Pinguinen, an einem Wellenbecken für Seevögel, habe Bären baum zauseln beobachtet, einen Tiger beim Posieren erwischt und schwergewichtige aber doch irgendwie filigrane Walrösser unter Wasser gesehen. Ich ärgere mich sehr, dass ich meine Kamera nicht dabei hatte und auf mein Handy zurückgreifen musste.

1. August 2016
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Steckbrief: Die Spornschildkröte (centrochelys sulcata)

Deutscher Name: Spornschildkröte
Wissenschaftlicher Name: Centrochelys sulcata
Schutzstatus:
Die Spornschildkröte wird in der roten Liste als gefährdet und im Washingtoner
Artenschutz-Übereinkommen im Anhang II als bedrohte Art geführt. Das bedeutet, sie
benötigt in menschlicher Obhut einen lückenlosen Herkunftsnachweis und muss auf jeden
Fall beim zuständigen Amt gemeldet werden.

sulcata

Merkmale und Aussehen:
Der abgeflachte, ovale Rückenpanzer (Carapax), verfügt über gebogene Randschilde mit gesägtem Hinterrand.

Das Schwanzschild ist meist ungeteilt und nach unten hin gebogen. Die Wachstumsringe sind stark ausgeprägt und bleiben auch im Alter meistens noch sehr gut sichtbar. Markantes Merkmal für diese Art sind die vorne liegenden, nach oben gebogenen und gegabelten Kehlschilde (Gulare), die über den Rand des Rückenpanzers hinausragen und bei Männchen sehr viel stärker ausgeprägt sind, als die der Weibchen. Die Panzerfärbung geht von braun, oliv über gelborange bis cremefarben. Diese Zeichnung ist vor allen Dingen bei juvenilen Tieren sehr ausgeprägt und intensiv, verblasst dann aber mit dem Alter ein wenig. Auch der Bauchpanzer weist deutlich erkennbare Wachstumsringe auf. Die einzelnen Schilde umrahmen die flachen Areolen der Wirbel- und Rippenschilder und sind an den Rändern deutlich dunkler abgesetzt. Die Haut mit ihren starken und sehr robusten Schuppen ist beige und geht stellenweise ins Gelbliche über. Namensgebend ist der bei beiden Geschlechtern vorhandene, auffällige Sporn (meistens zwei oder drei an jeder Seite) an den Oberschenkeln der Hinterbeine.

An den Vorderfüßen befinden sich je fünf, an den Hinterfüßen je vier sehr kräftige Krallen. An den Vorderfüßen findet man besonders große und abgeflachte Nägel, deutlich breiter als an den eher rund erscheinenden Hinterbeinen mit den kleineren Hinterkrallen.

Größe:
Für wildlebende Spornschildkröten wird eine maximale Rückenpanzerlänge von 83 cm angegeben, verbunden mit einem Gewicht von bis zu 105 kg. Tiere in Gefangenschaftshaltung werden laut einigen Quellen noch größer und schwerer, aber wirklich verlässliche Angaben liegen jedoch bis heute nicht vor.

Geschlechtsunterschiede:
Die Spornschildkröte zeigt einen ausgeprägten Geschlechtsdimorphismus.

Nur Jungtiere sind schwierig und nicht wirklich eindeutig nach Geschlechtern zu unterscheiden. Mindestens 10 kg Körpergewicht sollte eine Spornschildkröte wiegen, bevor man ihr Geschlecht mit Sicherheit bestimmen kann.

Männliche Tiere werden größer als die weiblichen, die meistens nur 60-70cm Körperlänge erreichen und etwa 45-60 kg wiegen. Männchen besitzen einen deutlich nach innen gewölbten, konkaven Plastron und einen sehr viel längeren und kräftigeren Schwanz. Auch sind bei ihnen die Randschilde höher aufgebogen, die Oberschenkelsporne größer und die Kehlschilde stärker ausgeprägt.

Natürlicher Lebensraum:
Das Verbreitungsgebiet der Spornschildkröte ist die afrikanische Sahelzone, die im Süden an die Sahara angrenzt, Äthiopien, Ägypten, Benin, Eritrea, Mali, Mauretanien, Niger, Nigeria, Senegal, Somalia, Sudan, Tschad und Togo.

Sie wurde in einigen Teilen dieser Verbreitungsgebiete allerdings von Menschen eingebürgert.

In einigen Teilen des Verbreitungsgebietes muss die Population als gefährdet eingestuft werden.

Die Spornschildkröte ist eine Bewohnerin von drei unterschiedlichen Vegetationszonen. Dazu zählen trocken-heißes Grasland mit Halbwüstencharakter, belaubtes Buschgebiet und Grasland mit größerem Akazienbestand. Tagestemperaturen von über 40 °C sind in ihrem Verbreitungsgebiet die Regel. Selbst 50 °C können in einigen Fällen und Gebieten erreicht werden. Die Temperatur-Minimalwerte liegen bei 3-21 °C. In einigen Biotopen kann es aber gelegentlich auch zu Nachtfrösten kommen. Die spärliche Vegetation im Lebensraum der Spornschildkröten besteht überwiegend aus verschiedenen Akazienarten, Affenbrotbäumen, Tamarinden, Dornbuscharten, Langfäden und aus diversen wilden Hirsearten, Panicum sp., Stachelgräsern und einem spärlichen, meist einjährigen Bewuchs an Kräutern und Gräsern.

Verhalten:
Lebensweise in der freien Natur:
Spornschildkröten sind wechselwarme Reptilien, die saisonale und Tages Temperaturschwankungen durch angemessene Verhaltensweisen minimieren müssen, um so eine geeignete Körpertemperatur aufrechterhalten zu können. Eine wichtige Rolle spielt bei dieser Art der Thermoregulation das Aufsuchen von der Jahres- und Tageszeit angemessen Unterschlupfmöglichkeiten.

Dafür nutzen Spornschildkröten Wohnhöhlen im Boden, die bis zu 4 m tief und 15 m lang sein können. Wenn vorhanden, werden die verlassenen Bauten anderer Tiere genutzt. Aber ab einem Alter von 2-3 Jahren graben Spornschildkröten mit ihren kräftigen Vorderbeinen und teilweise mit den gabelförmigen Kehlschilden auch selbst unterirdische Gänge. Meist nutzen sie nicht nur eine einzige Höhle sondern „besitzen“ mehrere, die gelegentlich mit anderen Spornschildkröten und sogar anderen Tierarten geteilt werden. In der kühleren Jahreszeit verlässt die Spornschildkröte bereits morgens ihre Höhle und wärmt sich auf, bevor sie auf Nahrungssuche geht. In der heißeren Jahreszeit wird sie dagegen oft erst in den Abendstunden aktiv. In den Zwischenperioden ist sie häufig zweiphasig aktiv, das heißt sie kehrt in der heißen Tageszeit in ihre Höhle zurück. Insbesondere die feuchtere Jahreszeit wird intensiv genutzt, wohingegen die heißen Trockenperioden zum Schutz vor Austrocknung ebenfalls inaktiv in der Erdhöhle überdauert werden müssen. Während dieser Sommerruhe werden, ähnlich der Winterstarre anderer Arten, Stoffwechsel und Herzschlag stark heruntergefahren.

Lebensweise in menschlicher Obhut:
Da Spornschildkröten wechselwarme Reptilien sind, müssen wir ihnen hier bei uns in Deutschland (Europa), immer genügend alternative „Sonne“ zur Verfügung stellen, um den wichtigen und nötigen Bedarf an UV Licht zu bieten. Dieses geht hier leider nur mit geeigneten UV- Lampen, denn unser Sommer ist zu kurz, die Sonne nicht so stark und der Winter natürlich auch einfach zu kalt. Da sie bei uns bei zu viel Hitze oder Kälte keine (bis zu 15 Meter lange) Tunnel graben sollen, müssen wir auch hier geeignete Alternativen und kühlere Orte, Höhlen und Schlafmöglichkeiten bieten können um ihnen auch dort gerecht zu werden.

Das Wichtigste jedoch ist, sie brauchen viel Platz, denn Spornschildkröten sind unheimlich lauffreudig und haben einen großen Bewegungsdrang, der auch in der kälteren Jahreszeit geboten werden sollte.

Ernährung:
Nahrung in der Natur:
Die Spornschildkröte ernährt sich überwiegend vegetarisch. Je nach Saison sind das frische, grüne Triebe von Sukkulenten, Kräutern und Gräsern, in den allermeisten Fällen aber trockene und abgestorbene Pflanzenteile, weil Niederschläge in ihrem Verbreitungsgebiet selten sind und manchmal Monate- bis sogar auch Jahre ausbleiben können.

Zu den bevorzugten Nahrungspflanzen gehören Knopfgras, Dactyloctenium aegypticum, und Finger-, Faden- bzw. Zwerghirse Digitaria sp., Eragrostis sp., außerdem Senna (syn. Cassia) obtusifolia sowie sukkulente Pflanzen wie Tagblumen Commelina benghalensis und Sommer-Portulak Portulaca oleracea. Darüber hinaus werden auch Insekten erbeutet und auch Aas, Knochen und Kot von Säugetieren gefressen.

Weil ihr nur selten ausreichend Trinkwasser zur Verfügung steht, geht die Spornschildkröte sehr sparsam mit Wasser um und scheidet nur äußerst geringe Mengen an Urin aus, an Volumen sogar weniger als die wesentlich kleineren europäischen Landschildkröten.

Nahrung in menschlicher Obhut:
Hier sind die Spornschildkröten eigentlich reine Vegetarier , mit Ausnahme einer erbeutete Schnecke oder vielleicht eines Regenwurmes, die aber wirklich nur eine Ausnahme sein sollten.

Im Gegensatz zur eher trockenen Natur, sollte man ihr täglich frisches Wasser in Schalen anbieten, welches sie dann auch sehr gerne zum Baden nutzen.

In den Sommermonaten sollte man ihr die Möglichkeit bieten, sich selber das Fressen suchen und rupfen zu können, was jedoch nicht zu Eiweißreich oder Schadstoffbelastet sein darf und in den Wintermonaten sollte man ihr getrocknetes Heu zur freien Verfügung anbieten.

Auf Obst oder Gemüse, Salat oder ähnliches, sollte so gut wie ganz verzichtet werden, da diese zu wenige wichtige Inhaltsstoffe haben und vor allem auch zu eiweißhaltig sind. Außerdem begünstigen sie Parasiten und Wurmbefall im Darm, Höckerbildung und zu schnelles Wachstum.

Schön ist es, wenn man schon in den Sommermonaten selber sammelt und selber Heu von mageren Wiesen trocknet.

Als Ersatz für die Knochen, die sie in der freien Natur aufnehmen, kann man ihnen hier Sepiaschalen, Algenkalk oder auch Eierschalen anbieten, um den nötigen – und für das feste Wachstum des Panzers wichtigen Kalziumgehalt abdecken zu können.

Wichtig:
Obst, Gemüse, Hunde oder Katzenfutter, Nudeln oder ähnliches, was man früher, aus Unwissenheit gegeben hat, sollten nicht auf dem Speiseplan von Sulcatas stehen.

 

Fortpflanzung in freier Natur:
Der Eintritt der Geschlechtsreife ist bei Schildkröten weniger an ein bestimmtes Alter als eine bestimmte Größe bzw. Gewicht gebunden. Spornschildkröten werden etwa mit 15-20 kg geschlechtsreif, ein Gewicht, das Weibchen in der Natur mit etwa 10-12 Jahren erreichen, Männchen in den meisten Fällen erst etwa 3 Jahre später. Bei Gefangenschaftshaltung kann die Erwachsenengröße schon wesentlich früher erreicht werden.

Die Paarungszeit der Spornschildkröte ist nicht auf eine bestimmte Jahreszeit beschränkt, kühlere und feuchtere Monate werden aber bevorzugt.

Die Männchen suchen aktiv nach Weibchen und müssen dazu oft sehr weite Strecken zurücklegen (10-20 km, teilweise deutlich mehr). Haben sie ein Weibchen gefunden, versuchen sie dieses durch Rammen gegen den Panzer bzw. Bisse in Kopf und Extremitäten an der Flucht zu hindern.

Dabei kann es zu schweren Paarungsverletzungen kommen, teilweise mit Todesfolge. Hat es das Männchen geschafft aufzureiten, dauert die Paarung etwa 15 min, wird aber in der Regel mehrfach am Tag wiederholt. Das Männchen stößt dabei heisere Grunzlaute aus, die weithin zu hören sind. Gelegentlich kommt es zu Revierkämpfen unter den Männchen, die ähnlich heftig ablaufen wie die Paarung, mit kräftigen Bissen und Rammstößen von Panzer und Kehlschild.

Etwa einen Monat nach der Paarung kommt es zur Eiablage, bevorzugt im feuchteren Wurzelbereich von Buschwerk. Die Eiablage erfolgt in bis zu 9 Gelegen pro Jahr, meist sind es jedoch 2-3, mit jeweils bis zu 40 Eiern pro Gelege. Die Eier werden in selbst gegrabene, tiefen Erdmulden gelegt, die nach erfolgter Eiablage wieder sorgfältig und unauffällig für Außenstehende, verschlossen werden. Die Jungtiere schlüpfen in der Natur bevorzugt kurz vor Einsetzen der Regenzeit und deshalb nach sehr unterschiedlicher Brutzeit, im Durchschnitt ca. 120 Tage.

Aber auch wesentlich längere Inkubationszeiten sind beschrieben. Beim Schlupf wiegen die Jungtiere durchschnittlich etwa 40 g und sind etwa 5 cm lang.

Fortpflanzung in menschlicher Obhut:
In menschlicher Obhut tritt die Geschlechtsreife einer Spornschildkröte meistens zwischen dem 8. – 10. Lebensjahr ein, einfach – weil die Spornschildkröte in Gefangenschaft schneller an Gewicht zu legt, da es hier mehr, öfter und auch regelmäßiger, gehaltvollere Nahrung gibt und diese auch viel eiweißhaltiger ist, als das Nahrungsangebot im natürlichen Habitat.

Auch in unseren Breitengraden ist die Paarung nicht an eine bestimmte Jahreszeit gekoppelt und das Werben um die Weibchen verläuft hier genauso wie in den Ursprungsgebieten. Genau so kann es natürlich auch zu schweren Paarungsverletzungen kommen. Hierbei ist es wichtig, dass man jederzeit die Möglichkeit hat, die jeweiligen Geschlechter zu trennen, denn wenn ein Männchen zu häufig aufreiten möchte und das Weibchen ständig bedrängt, kann es zu extremen Stress für das Weibchen führen und es auf Dauer dadurch auch sehr krank machen.

Hier bei uns begegnen sie sich ja ständig und nicht so wie in der Natur (s.o.) . Auch sollte hier ein Männchen immer mit mehreren Weibchen zusammengehalten werden, um diese dahingehend zu entlasten. Eine Spornschildkröte mit einem weiteren männlichen Tier zusammen zu halten, geht selten gut und nur in ganz seltenen Ausnahmefällen., wenn dort kein Weibchen lebt. Ansonsten kommt es zu den schon erwähnten Konkurenzkämpfen. Die Eiablage erfolgt in menschlicher Obhut, wie auch in freier Natur und deswegen müssen wir hier auf geeignete Ablageplätze achten. Legehügel oder Sandgruben sind unumgänglich, ansonsten laufen wir Gefahr, dass unsere Tiere eine Legenot bekommen und das kann zu schweren Problemen führen.

Wollen wir züchten, müssen wir die Eier in einen dafür geeigneten Inkubator überführen und bei ca. 32 Grad, ca. 60 -90 Tage auf den Schlupf warten. Nach dem Schlupf werden die Jungtiere genauso gehalten, wie auch die Erwachsenen Tiere.

Empfohlene Literatur:
=>Holger Vetter: „Panther- und Spornschildkröte – Stigmochelys pardalis und Centrochelys sulcata“, Schildkrötenbibliothek Band 1, Edition Chimaira, Frankfurt am Main 2005, ISBN 3-89973-501-3
=>Lambert, M. R. K. (1993): On growth, sexual dimorphism, and the general ecology of the African spurred tortoise, Geochelone sulcata, in Mali. – Chelonian Conserv. Biol. 1(1): 37-46

Bezugsquellen:
Wikipedia,
Buch: Holger Vetter: „Panther- und Spornschildkröte“,
eigene Erfahrungen und Erfahrungen anderer Sulcatahalter

Autor und Foto:
Iris Ellers

 

Diesen und viele andere informative Haltungsempfehlungen findet ihr auch auf der Website der IGSN.

 

29. Juli 2016
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Ein neues Zuhause für zwei Emyduren

Vor einiger Zeit habe ich mal über die beiden Rotbauch-Spitzkopfschildkröten (emydura subglobosa) aus der Nachbarschaft geschrieben, da sie krank waren. Mittlerweile haben sie sich zu zwei Emyduren- Damen entwickelt.

Nach langem Hin und Her hat sich der Besitzer im Zuge eines Umzuges entschieden, die beiden abzugeben und bat mich ihn dabei zu unterstützen.

Ich setzte Anzeigen in alle möglichen Schildkrötengruppen auf Facebook und bat möglichst um Abholung. Die Zeit lief ab, da der Nachbar nur noch einen halben Monat die Wohnung hatte. Am liebsten hätte ich gesagt er solle sich selber kümmern, da er für Fotos oder Fragen nie verfügbar war und sich das Ganze dadurch auch ewig hinzog. Aber das brachte ich dann den Schildkröten zuliebe nicht übers Herz.

Glück im Unglück. Zwei Halter aus unserer kleinen „Schildkrötenfamilie“ entschieden sich letztendlich jeder eine zu nehmen. Beide sind super erfahren und ich freue mich, das die Emyduren zu ihnen kommen. Da kann ich sie auch mal besuchen 🙂

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Am 29.05. konnte ich die Emyduren dann abholen und einpacken. Eine von ihnen saß auf dem „Landteil“ und ich erschrak, als ich sie sah. Sie war voller heller Flecken und ich fürchtete erst, dass sie wieder krank waren. Das hätte die Abgabe erschwert, da sie eigentlich direkt zu ihren neuen Emydurenfreunden gesetzt werden sollten.

Zum Glück war sie einfach nur im Plattenwechsel. Da die beiden zuvor noch nie eine Wärmelampe gesehen haben, klappte das nicht so gut.

Nach wenigen Wochen in ihrem neuen Zuhause haben sich die beiden richtig gemausert und sind kaum wieder zuerkennen. Die fleckigen Hornschilde sind Geschichte und auch die blasse Hautfarbe wird allmählich dunkler. Ich freue mich riesig für die beiden!

 

26. Juni 2016
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Zoobesuch: Burgers´Zoo

Heute waren wir im Burgers´ Zoo in Arnheim. Dort haben wir neben vielen anderen Tieren auch ein paar Schildkröten entdecken können, wenn auch nicht viele.

Im „Bush- Haus“ gab es große Köhlerschildkröten zu sehen. In den Niederlanden nennt man sie Kolenbranderschildpad. Eine hat uns ausgiebig angegähnt.

Kolenbranderschildpad

Im „Mangroven-Haus“ haben wir uns vor dem kurzen Unwetter versteckt und fanden dort zwei weitere Arten. Drei emyduren paddelten im Wasser umher und zwei saßen in ihrem Pool auf einer Insel, inmitten des Wasserschildkrötenbeckens.

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Bei den Gorillas wohnten ein paar Schmuckschildkröten im Wassergraben. Sicher wieder ausgesetzte Tiere.

Wir hatten Glück mit dem Wetter. Es regnete nur als wir eigentlich schon durch waren. Durch die vielen Häuser (Bush, Mangrove, Desert, Ocean) wäre mehr Regen aber auch nicht so schlimm gewesen.

 

2. Juni 2016
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Die Schildkrötenauffangstation Dorsten e.V. mehr als nur ein Tierheim für Schildkröten

Heute möchte ich damit beginnen unterstützenswerte Vereine und Stationen vorzustellen. Den Anfang macht die Schildkrötenauffangstation Dorsten e.V., in der ich ehrenamtlich tätig bin. In der Regel schreibe ich solche Texte zwar selbst, aber die erste Tierheimleiterin Barbara Klobusch, hat erst vor Kurzem einen so schönen und ausführlichen Text für das Begleitheft des 1. NRW Schildkrötenwochenendes verfasst, dass es eine Schande wäre ihn nicht zu verwenden. So können ihn auch Schildkrötenfreunde lesen, die es nicht zu der Veranstaltung geschafft haben und demnach kein Heft besitzen.
Schildkroetenauffangstation Dorsten e.V. Mai 2016
„Eigentlich begann die Liebe zu den Schildkröten vor nicht allzu langer Zeit – es ist ca. 20 Jahre her, als ich die erste Wasserschildkröte wegen Zeitmangel geschenkt bekommen habe… zu groß geworden für das Aquarium, der ständige Wasserwechsel viel zu aufwendig und der vorhandene Teich bei mir war ja vielleicht die optimale Lösung. Im Gegensatz zu vielen anderen hatte ich nicht die Erfahrung machen können, dass genau diese Tiere für 5,00 DM damals in kleinen Plastikbechern samt Schwimminseln angeboten wurden. Also kam „Schildi“ zu mir und zog in unseren großen Gartenteich ein, verschwand und war nicht mehr zu sehen – mit meiner späteren Erkenntnis völlig klar – es war Herbst/Winter und die Dame schlief. Daher war die Freude groß, sie im Frühjahr wieder zu sehen. Und dann kamen die nächsten Tiere, weil ja viele Leute wussten: „Boah – Barbara hat einen großen Teich – dort leben die Lieblinge bestimmt besser als bei mir.“ So gingen viele Jahre ins Land. Ich nahm Wasserschildkröten auf, vermittelte diese an interessierte Halter – und achtete schon damals darauf, dass es ihnen in ihrem neuen Umfeld gut geht – und sie soweit es ging, artgerecht gehalten werden. Zudem kamen nunmehr auch die ersten Landschildkröten zu mir.
Die Informationen für eine artgerechte Haltung von Schildkröten waren damals ja noch recht spärlich und nur durch viele Recherchen und Nachfragen bei einigen Fachleuten konnte ich mein Wissen ausbauen. 2009 war dann der Zeitpunkt gekommen, um den Verein „Schildkrötenauffangstation Dorsten e.V.“ zu gründen. Ausschlaggebend hierfür war eine Operation am offenen Panzer. Damals wurde ein Spielzeug aus dem Darm einer Testudo hermanni (griechische Landschildkröte) entfernt, indem der Panzer geöffnet werden musste.
Unsere Lokalzeitung brachte hierüber einen kleinen Beitrag – und dann war kein Halten mehr in Sicht: Am nächsten Tag türmten sich die Anfragen von weiteren Pressestellen, z.B. Bild-Zeitung, das Lokalfernsehen WDR berichtete über die Operation, – und das Telefon stand nicht mehr still. Es war der Zeitpunkt gekommen, an dem ich diese massiven Anfragen bezüglich Aufnahmen/Vermittlungen, Anfragen wegen artgerechter Haltung etc. nicht mehr alleine stemmen konnte. Zum damaligen Zeitpunkt hatte ich keinen Überblick darüber, wie viele Menschen doch Schildkröten halten und vor allem für Informationen dankbar waren – bzw. wie viele Menschen nunmehr ihren Lieblingen eine neue artgerechte Haltung ermöglichen wollten. Wie gesagt: Juni 2009 fanden sich sieben Gründungsmitglieder ein, um den Verein zu gründen. Gleichzeitig wurde die Gemeinnützigkeit wegen des Tierschutzes vom Finanzamt anerkannt und vom Veterinäramt die Tierheimanerkennung vergeben. Ebenfalls wurden wir dann noch Mitglied im Landestierschutzverband.
 schildkroetenauffangstation dorsten 3
Als wir dann noch im Gründungsjahr des Vereines 2009 bundesrepublikweit die erste große kontrollierte Überwinterungsmöglichkeit für Schildkröten anboten, war es endgültig um uns und unseren Verein geschehen. Die Firma Siemens hat uns 15 große Kühlschränke gesponsert, damit wir durch die professionelle und kontrollierte Überwinterung von Schildkröten Dritter unsere Kosten decken können. Danach folgten viele Presse- und Fernsehberichte über uns – wir wurden bekannter und größer. Somit folgten auch viele Sponsoren unserem ständigen Hilferuf, und viele weitere Mitglieder konnten gewonnen werden. Neben der Liebe zu den Tieren fanden gleichzeitig aber auch viele fleißige Hände den Weg zu uns – denn nur ein Team konnte nunmehr die viele Arbeit bewältigen – sei es die Tiere zu versorgen oder die überhäuften administrativen Leistungen abzuarbeiten. Im Jahre 2012 bekamen wir sogar eine Tierheimförderung vom Land Nordrhein- Westfalen in Höhe von 11.000 Euro, damit wir unsere Station ausbauen konnten.
Ich könnte jetzt noch so viel über unsere Station schreiben – aber das würde den Rahmen absolut sprengen … daher setze ich jetzt mal ein kurzes Fazit über die derzeitige Situation:
Mittlerweile können wir als Verein mehr als 120 Mitglieder verzeichnen und haben viele Sponsoren, die unsere Tätigkeit unterstützen. Insgesamt beherbergen wir dauernd ca. 120 Schildkröten hier auf Station, die ständig und je nach liquiden Mitteln weiter ausgebaut wird. Während der Hochsaison von April bis Oktober bieten wir neben den monatlichen Kräuterexkursionen, die zur artgerechten Ernährung von Schildkröten aufklären, auch viele Informationsgespräche an. Wöchentlich kommen bis zu 50 Besucher nach Terminabsprache zur Station – sei es um sich über die artgerechte Haltung zu informieren, ihre Lieblinge bis zur weiteren Vermittlung in guten Händen zu wissen oder sich in Schildkröten zu verlieben, um ihnen ein neues gutes zu Hause zu geben. Aber auch viele Kindergartenkinder sowie Grundschulen und auch viele behinderte Menschen besuchen unsere Station.
Seit Anfang/Mitte 2015 konnten wir nun auch den Zusammenschluss mit der IGSN (Interessengemeinschaft Schildkröten und Nachzucht e.V) sowie der Vive (Vivaristische Vereinigung e.V.) erzielen – welche alle das Ziel verfolgen, nicht nur die artgerechte Haltung von Schildkröten in den Vor-
dergrund zu stellen, sondern vor allem Aufklärung für exotischen Tiere anzubieten.
Mit dem Projekt „NRW-Schildkrötenwochenende“ wurde wiederum ein Meilenstein im Bereich der Aufklärung sowie Knüpfung neuer Schildkrötenliebhaber gesetzt. Daher bitten wir Sie weiterhin um Ihre Unterstützung – egal in welchem Bereich – egal ob Sie eine Patenschaft für eines unserer Tiere übernehmen wollen oder uns nur durch eine finanzielle Spende unterstützen – bitte helfen Sie uns und den Tieren für ein artgerechtes weiteres Leben. Ihre Barbara Klobusch“
Auch ich möchte noch kurz darum bitten, diese Station zu unterstützen. Barbara Klobusch hat zwar ein klasse Helferteam, welches sie liebendgern tatkräftig und ehrenamtlich unterstützt, aber dennoch sind wir u.a. auch auf finanzielle Unterstützung angewiesen. Es ist also egal, ob man eine Mitgliedschaft für 15€ beantragt, bei Veranstaltungen und Umbauarbeiten vor Ort hilft oder Geld- und Sachspenden zur Verfügung stellt. Jeder Beitrag hilft uns, die Schildkröten zu versorgen, uns an Artenschutzprojekten zu beteiligen oder Aufklärungsarbeit zu leisten, um die Schildkrötenhaltung nachhaltig zu verbessern. Jeder kann einen kleinen Beitrag leisten, damit es vielen Schildkröten hoffentlich bald besser ergeht. Es lohnt sich. 🙂
Das gesamte Helferteam. Ein besseres Team gibt es nicht

Das gesamte Helferteam. Ein besseres Team gibt es nicht

29. Mai 2016
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Das 1. NRW-Schildkrötenwochenende in Dorsten am 28. und 29. Mai 2015

Dieses Wochenende war es endlich soweit. Gut ein Jahr haben die IGSN (Interessengemeinschaft für Schildkrötenschutz- und Nachzucht e.V.) und die Schildkrötenauffangstation Dorsten e.V., gemeinsam mit vielen fleißigen Helfern, auf dieses Wochenende hingearbeitet. Denn die beiden Vereine veranstalteten gemeinsam das 1. NRW-Schildkrötenwochenende.

Am Samstag fand die Veranstaltung im Haus Schult in Dorsten statt. Das Haus Schult hat dafür sein gesamtes Hotel (abgesehen der Schlafräume) kostenlos zur Verfügung gestellt. Dazu zählte auch ein riesen Veranstaltungsraum. Dort spielte sich der Hauptteil der Veranstaltung ab. Der Raum wurde mit einem großen Vorhang in einen Verkaufsraum und einen Hörsaal unterteilt. Im Verkaufsraum fanden Verkäufe aber auch reichlich Informationsaustausch statt, denn auch einige Vereine wie z.B. die ViVe (Vivaristische Vereinigung, welche regelmäßig die Station vor Ort unterstützt) oder die IGSN und der Hauptsponsor Floragard waren vor Ort, um sich mit Schildkrötenhaltern zu unterhalten, sie zu informieren oder Informationen zu sammeln.
Für die IGSN waren Andreas Beck und Georg Strachon vor Ort, für die ViVe Inge Winterberg und Heinrich Altenfeld.

Der größte Stand war der Pflanzenverkauf. Monatelang haben die Futterpflanzenverkäufer Karin, Klaus, Waltraud und Stephan Pflanzen herangezogen, um sie an diesem Wochenende anzubieten.
Abgesehen davon konnte man Bücher, Fachzeitschriften, Technik, süße Schlüsselanhänger bei den Schildkrötenfreunden Horst, Tombolalose bei Barbara und Joshi u.v.m. kaufen.

Im Hörsaal konnten alle Besucher spannenden Vorträgen lauschen. Den Auftakt gab Buchautor Thorsten Geier. Er zeigte und die natürlichen Lebensräume Europäischer Landschildkröten und seine vorbildliche Haltung zuhause. Der Hörsaal war rappelvoll.

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Danach folgte ein Vortrag unserer „Kräuterhexe“ Uta Heye. Sie erklärte uns, was unsere Europäischen Landschildkröten fressen dürfen und wieso es Wildpflanzen sein sollten. Sie war natürlich später auch für die Kräuterkurse zuständig.

Elmar Meier, berichtete von der Zucht der bedrohten asiatischen Sumpfschildkröten im Zoo Münster oder auch in Asien selbst. Da die meisten Besucher vorrangig an Europäischen Landschildkröten interessiert waren und Elmar Meiers Vortrag diese nicht berücksichtigte, hielt er seinen Vortrag in einer etwas kleineren, aber dafür äußerst interessierten Runde.

Heinrich Altenfeld und Elmar Meier

Heinrich Altenfeld und Elmar Meier

Parallel hielt Thorsten Geier einen Vortrag für unsere kleinen Gäste, denn es gab zwei Kindervorträge im Nebenraum. Dort erklärte Thorsten Geier kindgerecht wie man Europäische Landschildkröten halten sollte und warum das so wichtig ist. Die Kinder waren super fasziniert und hingen ihm gebannt an den Lippen. Insgesamt gab es zwei dieser Vorträge, damit die Länge die Kleinen nicht überstrapaziert. Aber auch zwischen den Kindervorträgen mussten sich die Kleinen nicht langweilen, denn es gab ein Kinderbetreuungsteam, welches sich um sie gekümmert und mit ihnen gespielt oder sie geschminkt hat.

Der nächste Vortrag für die Großen wurde von der Tierheilpraktikerin Amine Fehr gehalten. Auch wenn sie sagte, dass sie sehr nervös war, war ihr Vortrag einfach spitze und gut besucht. Sie hatte sogar eine kleine Fanbase dabei 🙂

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Der junge Tierarzt Tobias Friz erzählte uns, mit seiner super lässigen und kurzweiligen Art, einiges über den „Patient Schildkröte“. Mit seiner durchaus nachvollziehbaren und gut argumentierten Sichtweise, dass Schildkröten nicht nur bei einem starken sichtbaren Wurmbefall eine Kur bekommen sollten, sorgte er für viel Interesse und freundliche Diskussionen.

Tobias Friz und Moderator Ralf Czybulinski

Tobias Friz und Moderator Ralf Czybulinski

Den letzten Vortrag sollte eigentlich Rolf Rachuba halten, jedoch war dieser leider verhindert. Zum Glück hatte Heinrich Altenfeld eine Präsentation für alle Fälle vorbereitet und zeigte uns stattdessen seine Spornschildkrötenhaltung. Sein Ziel war es, Halter, die z.B. Griechen halten und sich für die hübschen Spornschildkröten als nächste Anschaffung interessieren, aufzuklären, in Hinblick auf z.B. Platz und Stromverbrauch.DSC03672

Zum Schluss folgte eine ganz kurze Podiumsdiskussion, bei der sich alle noch anwesenden Referenten für Fragen zur Verfügung stellten. Danach konnten wir den Abend endlich mit gutem Essen ausklingen lassen. Alle, sowohl Veranstalter als auch Besucher, wirkten sichtlich zufrieden. Die Vereine hatten reichlich Kontakte knüpfen können, die Verkäufer konnten gute Verkaufszahlen verzeichnen.

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Der Hauptgewinn, eine große Filterpumpe der Firma JBL wurde vom Gewinner an die Auffangstation gespendet. Ein riesen Dankeschön an Martin Pianta für diese großzügige Spende!

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Nach der Veranstaltung ließen wir den Abend gemeinsam ausklingen. Der tag war ein voller Erfolg, alle waren zufrieden.

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Am nächsten Tag ging es dann um 10 Uhr weiter. Die Auffangstation öffnete ihre Tore.

Es gab spannende Kräuterkurse, zahlreiche Stationsführungen, eine weitere Tombola, eine Kinderbetreuung und natürlich waren die Verkäufer und Infostände auch wieder dabei.

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Utas Kräuterkurse waren zahlreich besucht

Auch die Stationsführungen waren gut besucht

Auch die Stationsführungen waren gut besucht

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Im Laufe des Tages wurden sogar ein paar Tiere, nach vorheriger Absprache und Erledigung aller bürokratischen Aspekte, in neue, gute Hände gegeben. Wir freuen uns, dass ein paar Tiere ein neues Zuhause finden konnten.

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Das Wochenende war ein voller Erfolg. Ich glaube alle waren glücklich am Ende. Nach ca. einem Jahr Planung waren alle erleichtert, dass das Wochenende wie geplant verlief. Das verdanken wir alle dem großartigen Team und den beiden Vereinen. Wir haben alle echt viel Arbeit investiert. Vieles sieht man als Besucher auf so einer Veranstaltung gar nicht. Das Großziehen der Futterpflanzen, die Vorbereitungen für die Präsentationen und Führungen, die Gestaltung der Werbemittel, das Bekleben der Wertmarken, das Vorbereiten aller Speisen, der Aufbau, die Planung… all das passiert lange vor so einer Veranstaltung und ist ohne viele Hände nur schwer möglich.

Möglich gemacht haben es vor allem Ralf Czybulinski und Barbara Klobusch. Sie haben diese Veranstaltung ins Leben gerufen, den mit Abstand größten Teil der organisatorischen Arbeit geleistet und uns alle motiviert mitzumachen. Da steckte viel Herzblut drin. Ohne die beiden hätte es solch ein Wochenende in NRW nicht gegeben.

Ich hoffe, dass nicht nur die Helfer, sondern auch die Besucher diese Veranstaltung noch lange in guter Erinnerung behalten werden. Ich freue mich auf jeden Fall dabei gewesen zu sein und werde sie nicht so schnell vergessen 🙂

Das gesamte Helferteam. Ein besseres Team gibt es nicht

Das gesamte Helferteam. Ein besseres Team gibt es nicht

Da rund 60 Fotos den Rahmen meines Blogs sprengen, kann man diese auf Facebook anschauen 🙂

Ich bin nun müde und gehe mich ausruhen. Heute habe ich erst einmal ein paar grobe Infos gegeben. Bestimmt fallen mir morgen noch zig Sachen ein, die ich ergänzen werde. Nochmal reinschauen lohnt sich also 🙂

24. Mai 2016
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Steckbrief: Pantherschildkröte (Stigmochelys pardalis)

Deutscher Name: Pantherschildkröte

Wissenschaftlicher Name: Stigmochelyspardalis (BELL, 1828), früher Geochelone pardalis

Unterarten Stigmochelys pardalis pardalis und Stigmochelys pardalis babcocki   

Schutzstatus : WA 2 , in Deutschland meldepflichtig mit Herkunftsnachweis

Beschreibung:  Stigmochelys pardalis haben einen hochgewölbten, an den Seiten steil abfallenden Rückenpanzer, die Grundfärbung ist beige bis hellbraun mit einer unregelmäßigen schwarzen oder dunkelbraunen Flecken/Sprenkelzeichnung, welch namensgebend war für den Trivialnamen Pantherschildkröte oder englisch Leopard-Tortoise.

maennchen pantherschildkroete

Die Jungtiere zeigen noch eine klare symmetrische Panzerzeichnung, beige Grundfarbe , dunkele Schildnähte und die Panzerschilder mit  z.T. schwarzen Flecken in der Mitte. Mit zunehmendem Wachstum verschwinden die gleichmäßigen Muster und gehen in die „Pantherfärbung“ über.

Kopf, Beine und Weichteile sind einfarbig beige gefärbt. An der Frontseite der Vorderbeine sind einige sehr große Hornschuppen zu sehen, zw. Hinterbein und Schwanz befinden sich 2-3 deutlich sichtbare Hornkegel. Die Vorderbeine haben je 5 Krallen, die Hinterbeine je 4. Der Schwanzschild ist ungeteilt und leicht nach innen gebogen. Der Bauchpanzer ist einfarbig beige mit einzelnen schwarzen  Flecken.

Die Unterarten sind bei erwachsenen Tieren schwierig zu unterscheiden, Stigmochelys p. babcocki soll hochrückiger sein als Stigmochelys p. pardalis . Die Jungtiere von St. p. babcocki zeigen keinen oder einen schwarzen Punkt in der Mitte der Wirbel-und Rippenschilder, St.p.pardalis  i.d.R. zwei Punkte. Aufgrund des riesigen Verbreitungsgebietes mit unterschiedlichen Lebensräumen und den vielen Lokalformen gibt es vermutlich mehr als die zurzeit von der Wissenschaft beschriebenen zwei Unterarten.

Geschlechtsunterschiede: Erwachsene Männchen haben einen deutlich längeren Schwanz als die Weibchen, der Bauchpanzer ist leicht konkav gewölbt. Die Analschilder des Bauchpanzers bilden einen Winkel über 90 Grad, die Schilder der Weibchen unter 90 Grad.

Weibchen Plastron

Weibchen Plastron

Männchen Plastron

Männchen Plastron

Größe: Je nach Herkunftsgebiet und Lokalform können sie eine Panzerlänge von 25 cm – 70 cm erreichen  erreichen , (70 cm z.B. Tiere aus Äthiopien) . Die meisten in Deutschland gezüchteten Tiere stammen aus Ostafrika (Tansania/Mosambik)und werden zw. 25 cm und 40 cm lang.

Natürlicher Lebensraum:  Von Ost- bis Südafrika, Äthiopien, Somalia, Kenia, Tansania, Uganda, Simbabwe, Malawi, Mosambik, Namibia, Südafrika.  In ihrem großen Verbreitungsgebiet besiedeln die Pantherschildkröten unterschiedliche Habitate, meist offene Landschaften von der trockenen Dornsavanne bis hin zur Feuchtsavanne, vom Tiefland bis in Höhenlagen von über 2000m.

Haltung in menschlicher Obhut: Pantherschildkröten sind tagaktiv, vor Einbruch der Dunkelheit suchen sie ihre Schlafplätze auf. Gemäß ihrer Herkunft müssen Pantherschildkröten ganzjährig warm untergebracht werden, sie mache keine Winterruhe.

Als recht lauffreudige und rel. groß werdende Landschildkröten benötigen sie entsprechend große Gehege. Adulte Tiere sollten in großen Terrarien untergebracht werden, Grundfläche mind. 5 qm pro Tier, bei zwei oder mehr Tieren entsprechend größer. Als Bodengrund eignet sich ein Sand/ Gartenerdegemisch.  Holzhäcksel oder Kleintierstreu vom Zoogeschäft sind völlig ungeeignet. Das Gehege sollte mit größeren Steinen, Ästen, robusten Pflanzen, Steinplatten usw. gut strukturiert sein und den Tieren Rückzugs-und Versteckmöglichkeiten bieten.  Dazu bieten sich an Höhlen, Strohhaufen, trockenes Gras oder Gebüsch.  Der Bodengrund sollte trocken, die Luftfeuchtigkeit vor allem nachts aber rel. hoch sein, dabei helfen evtl. elektrische Vernebler, Übersprühen oder offene Gefäße mit Wasser oder Grünpflanzen.  Das Terrarium muss unterschiedlichen Temperaturzonen aufweisen, unter der Wärmelampe 35-40 Grad, aber auch Bereiche unter 25 Grad. Nach meinen Beobachtungen wird durch ein deutliches Tag/Nacht-Temperaturgefälle die Vitalität der Schildkröten sichtlich erhöht. Dauerhaft gleichhohe Temperaturen schaden den Schildkröten. Die nötige Versorgung mit UV-Licht erfolgt durch UV-Licht abgebende Wärmelampen.gehege pantherschildkroete

Von Frühjahr bis Herbst (April–Oktober) ist eine Außenhaltung im Garten sehr zu empfehlen. Die Gehegefläche sollte möglichst groß sein, mit sandigem, wasserdurchlässigem Boden, die Grasflächen kurzgeschnitten, und einige hohe Grasbüschel als Verstecke. Weitere Bepflanzung z.B. mit mediterranen Gebüschen (Thymian, Salbei, Lavendel usw.) dient als Schattenspender und gibt dem Gehege mehr Struktur. Gehweg/Steinplatten bieten sich als Wärmeinseln/Wärmespeicher an.

Bei der Außenhaltung unbedingt erforderlich ist ein großes helles Schutzhaus, z.B. ein gut isoliertes Gewächshaus. Ein handelsübliches Frühbeet ist für adulte Pantherschildkröten zu klein. Wichtig ist eine Wärmelampe für kühlere Tage. Die Tiere sollten die Gelegenheit haben, sich tägl. auf über 30 Grad aufzuwärmen. Eine nächtliche Temperatur von 12-15 Grad macht den Tieren nichts aus, sondern fördert eher ihr Wohlbefinden. Das Schutzhaus sollte zugluftfrei sein, Kälte in Verbindung mit Durchzug kann schnell zur Lungenentzündung führen. Zur Einrichtung des Schutzhauses gehören unbedingt Versteck/ Unterschlupfmöglichkeiten, etwa mit Stroh gefüllte umgedrehte Holzkisten; wenn die Schildkröten sie erstmal kennen, werden sie sie abends von allein aufsuchen. Einige mit Wasser gefüllte 20 l Kanister im Schutzhaus helfen die Temperaturschwankungen abzumildern  und die nächtl. Temperatur in kalten Nächten nicht zu tief absinken zu lassen.

Außengehege für Jungtiere

Außengehege für Jungtiere

Haltung der Jungtiere: Junge Pantherschildkröten sollten aufgrund der enormen Größenunterschiede nicht mit erwachsenen oder halbwüchsigen Tieren zusammengehalten werden. Das Terrarium/Gehege kann bzgl. Bodengrund, Temperatur, Einrichtung usw. genauso gestaltet sein wie für die erwachsenen Tiere, nur eben nicht so groß. Bei den schnell wachsenden Jungtieren ist eine hohe Luftfeuchtigkeit wichtig  um ein höckerig werden des Panzers vorzubeugen. Von April – Okt. sollten die Jungtiere im Freiland im handelsüblichen Schildkrötenfrühbeet mit Auslauf gehalten werden, natürlich auch mit Wärmelampe für kühle Tage. Selbst den kleinen Jungtieren macht eine Temperatur von 15 Grad nachts nichts aus. Auch im Frühbeet für Verstecke/ Unterschlupfmöglichkeiten sorgen, junge Pantherschildkröten können anfangs sehr scheu sein, werden aber schnell zutraulich, wenn sie sich im Gehege sicher fühlen und sich jederzeit in ein Versteck zurückziehen können.

1 Tag alte Jungt

1 Tag alte Jungtiere

Verhalten/Vergesellschaftung: Pantherschildkröten sind untereinander sehr verträglich, eine Gruppenhaltung ist gut möglich. Die Männchen stellen den Weibchen auch nicht so penetrant nach wie z.B. europ. Landschildkröten. Rivalisierende Männchen sollten aber immer genügend Platz haben  sich aus dem Wege zu gehen.  Im i.d.R. kleineren Winterquartier empfiehlt sich evtl. eine Trennung der Männchen, man sollte aufmerksam beobachten, ob sich bei Gemeinschaftshaltung ein Männchen zurückzieht oder vom stärkeren Männchen immer wieder weggedrückt wird. Weibliche Pantherschildkröten sind untereinander sehr verträglich. Jungtiere können problemlos in Gruppen gehalten werden. Eine gemeinsame Haltung mit Spornschildkröten ist bedingt möglich, nur wenn sehr viel Platz vorhanden und die Tiere etwa gleich groß sind.  Eine gemeinsame Haltung mit europ. Landschildkröten ist aufgrund der unterschiedlichen Haltungsansprüche und Größenverhältnisse der erwachsenen Tiere nicht zu empfehlen.

Futter: Im natürlichen Habitat fressen die Pantherschildkröten rohfaserreiche pflanzliche Nahrung, hauptsächlich Gräser, Kräuter, Blüten, frische erreichbare Blätter der Sträucher , Sukkulenten usw.. Entsprechend sollte die Ernährung in menschlicher Obhut aus rohfaserreichen Pflanzen bestehen. Meine Pantherschildkröten fressen im Außengehege hauptsächlich Gras, (kurzgemähtes Gras wird abgeweidet, langes Gras verschmäht), daneben gesammelte Wildkräuter. Obst biete ich nicht an, es würde auch nicht gefressen, mit Ausnahme 1x monatlich eine Kaktusfeige. Sehr beliebt sind Möhren, die mehrmals wöchentlich dazu gefüttert werden. Im Winter besteht das Futter hauptsächlich aus Heu, welches in einer Raufe immer zur Verfügung steht, und aus eingeweichten Heupellets (Agrobs Testudo Herbs) , die mit wenig geriebener Zucchini oder Möhre vermischt werden. Als frisches Grün wird mehrmals wöchentlich Endiviensalat, Romanasalat, Radicchio oder Rucola angeboten, daneben  auch Möhren. Die Jungtiere bekommen das gleiche Futter wie die erwachsenen, nur zerkleinert. Um dem erhöhten Eiweißbedarf  der schnell wachsenden Jungtiere gerecht zu werden gebe ich im 1.-2- Lebensjahr 1x wöchentl.  getrocknete Gammaruskrebse (Wasserschildkrötenfutter) über die eingeweichten Heupellets. Frisches Wasser in der Trinkschale wird alle 2 Tagegereicht, die Jungtiere haben tägl. Wasser zur Verfügung. Da die Schildkröten gerne ins Wasser koten, öfter das Wasser kontrollieren. Die Schildkröten trinken, indem sie den Kopf ganz ins Wasser eintauchen und das Wasser durch die Nasenlöcher einsaugen. Der Kalkbedarf der Pantherschildkröten ist sehr hoch, ständig liegen Sepiaschalen zur freien Aufnahme im Gehege, daneben Hühnereierschalen, für die Jungtiere zerbröselt. Schalen von rohen Eiern werden kurz in der Mikrowelle erhitzt.

Wasserstelle

Gesundheitsvorsorge: Gesunde Pantherschildkröten haben klare Augen, der Panzer wird beim laufen deutlich vom Boden abgehoben. 2x jährl. lasse ich den Kot auf Parasiten untersuchen, bei positivem Befund wird nach Anweisung des Tierarztes entwurmt.

Weiterführende Literatur:

„Panther-und Spornschildkröten“ von Holger Vetter, Edition Chimaira

„Tropische Landschildkröten“ Draco Terraristik-Themenheft, NTV-Verlag

„Die Pantherschildkröte“ von Mario Herz, NTV-Verlag

 

Alle Angaben ohne Gewähr. Die Haltungsempfehlungen basieren auf der über 20 jähr. Erfahrung des Autors mit der Haltung und Zucht von Pantherschildkröten.

Autor: Heinrich Altenfeld , 48734 Reken, Deutschland

 

 

14. Mai 2016
nach Anika
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Heimwerkertip: Bau eines Blumenkastenfilters

Vor einer Weile haben wir gemeinsam mit einigen Schildkrötenfreunden Blumenkastenfilter für die Schildkrötenauffangstation in Dorsten gebaut. Diese haben nicht nur die Wasserqualität der Wasserschildkrötenbecken deutlich verbessert, sondern sehen auch noch klasse aus. Nun entschieden wir uns, für unsere Schildkröten zuhause ebenfalls Blumenkastenfilter zu bauen.

Aber was ist ein Blumenkastenfilter überhaupt? Ein Blumenkastenfilter wird in oder über einem Aquarium montiert. Der handelsübliche Blumenkasten bekommt einen Ein- und einen Ausfluss, denn der eigentliche oder zusätzliche Aquarienfilter soll das Wasser nicht mehr direkt zurück in das Becken, sondern in den Blumenkasten pumpen. Dort fließt das Wasser dann durch Lavastrat oder ein ähnliches Substrat und an den Wurzeln einiger ausgewählter Pflanzen vorbei. Die Steine filtern das Wasser mechanisch und die Pflanzen entziehen dem Wasser Nährstoffe, wie z.B. Nitrat. Am Ende hat man super sauberes, biologisch gefiltertes Wasser, welches zurück in das Becken fließt.

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Wie baut man einen Blumenkastenfilter? Ich möchte direkt vorweg sagen…das Zusammenbauen ist echt nicht wild, wenn man erstmal die Komponenten zusammengekauft hat. Bei uns war es mit einem Baumarktbesuch jedoch nicht getan.

Was ihr für einen Blumenkastenfilter braucht:
Einen Blumenkasten
Eine kleine Pumpe (am besten eine, bei der man die Durchflussmenge regulieren kann)
Einen Ein- und einen Ausflussstutzen
Passende Schläuche zu Pumpe und Stutzen
Aquariensilikon
Lavastrat o.ä.
Geeignete, ungedüngte Pflanzen (z.B. Efeutute, Grünlilie, Einblatt, Zyperngras)
Ggf. Halterungen für den Kasten

Ursprünglich wollten wir für den Ein- und Ausfluss die gleichen Teile nutzen wie in Dorsten und kauften welche, die uns zuhause zu groß erschienen. Diverse Verkäufer sagten uns jedoch, dass diese genormt seien und es keine kleineren gäbe. Jedoch passten da unsere Pumpenschläuche nicht drauf.

Im nächsten Baumarkt fanden wir dann Verbindungsstücke für Gartenschläuche, in die unsere Schläuche passten…und am Ende auch noch echt gut aussehen. Schaut also am besten selbst, was eure Baumärkte zu bieten haben.Blumenkastenfilter Einlauf

Die Blumenkästen bekamen zwei Löcher, in die die Verbindungsstücke gesteckt wurden. Ein Loch für dein Einfluss an einer kurzen Seite und ein Loch für den Ausfluss am Boden. Die Ränder wurden dann mit Aquariensilikon abgedichtet. Zum Ausfluss kommen wir am Ende nochmal.

In die Blumenkästen kam Lavastrat. Den muss man vorher gründlich waschen, da er sehr staubig ist. Seramis o.ä. ginge auch. Lavastrat bekommt man nämlich nicht überall. Lavastrat

Für die Bepflanzung entschieden wir uns für einen Mix aus (goldener) Efeutute, Grünlilie, Einblatt und Zyperngras. Diese Pflanzen vertragen Nässe und brauchen nicht zwingend Erde. Zudem wirken sie sich gut auf die Luftfeuchtigkeit aus und sind pflegeleicht. Packt nicht zu viele Pflanzen rein und lasst ihnen Platz. Zyperngras und Efeutute neigen dazu dichte Wurzeln zu bilden und können die Blumenkästen auseinander drücken. Behaltet das im Auge, sonst gibt es ein Unglück. Die Erde wird vor dem Einpflanzen in den Kästen gründlich entfernt, da sie sonst schimmelt. In der Erde befindet sich zudem bei neu gekauften Pflanzen reichlich Dünger, der nicht in die Becken gelangen darf. Ich lasse abgespülte Pflanzen noch einige Tage stehen und wässere sie, damit sich der letzte Dünger abbaut, da wir Garnelen in einigen Becken haben und sie sehr empfindlich reagieren.

Am Ausfluss befestigten wir innen kleine Plastikkörbe, die man bei Filtern an den Ansaugschlauch steckt, damit kein grober Dreck, Fische oder Pflanzen eingesaugt werden. Das soll verhindern, dass Steine ins Becken fallen. Diese Körbchen kosten bei JBL wesentlich weniger als bei eheim und passten ebenfalls an unsere Schläuche.

Blumenkastenfilter Auslauf.jpgAm Ende mussten wir nur noch die Schläuche anbringen. Damit es nicht laut plätschert haben wir auch beim Ausfluss einen kurzen Schlauch angebracht, der das Wasser runterführt. Am Ende der Schläuche befindet sich ein Regler, mit dem man die Wassermenge, die hinaus fließen soll, bestimmen kann. So vermeidet man ein Gluckern.

Da Lavastrat sehr schwer ist und die Kästen noch schwerer werden, wenn sie mit Wasser gefüllt sind, trauten wir uns nicht, sie auf die Plastikquerstreben unseres großen Juwel-Beckens oder die Außenscheiben unseres kleinen Beckens zu stellen. Daher kauften wir im Baumarkt spezielle Halterungen, um sie an der Wand hinter den Becken zu montieren. Wenn ihr die Möglichkeit habt, die Kästen direkt in oder über eurem Becken anzubringen, solltet ihr dies tun. Im Fall, dass das Wasser doch einmal überläuft, kann es so nur im Becken landen. Bringt ihr die Kästen außerhalb an, kann es ganz schön daneben gehen. Hier müsst ihr Sicherheitsmaßnahmen ergreifen. Bringt am oberen Rand der Vorderseite die über das Becken ragt, kleine Löcher an, über die das Wasser kontrolliert in das Becken laufen könnte, wenn der Kasten einmal zu voll wird. Eine weitere Sicherheitsmaßnahme wären kleine Sensoren, die bei Nässe die Stromzufuhr zum Filter kappen (ähnlich wie ein Thermostat, welches die Stromzufuhr beim Kühlschrank unterbricht, wenn es darin zu kalt wird). Diese kosten um die 30€.

Und schon ist der Blumenkastenfilter fertig und kann starten. Wir haben vorher einen Probelauf in der Badewanne gestartet und die Kästen bei der Premiere gut im Auge behalten. Hier und da müssen wir immer mal nachjustieren, damit Ein- und Ausflussmenge stimmen.

Blumenkastenfilter 1Blumenkastenfilter 3

Aktuell lassen wir die Blumenkastenfilter zusätzlich zu den normalen Außenfiltern laufen. Unsere Außenfilter haben eine zu hohe Durchflussmenge und würden die Blumenkastenfilter zum Überlaufen bringen. Daher laufen für die Kästen kleine Pumpen nebenbei. Mein Ziel ist es, die Außenfilter auszuschalten, wenn die Blumenkastenfilter eingefahren sind. Das spart am Ende auch noch Strom.

Zu guter Letzt möchten wir uns bei Dennis und Inge bedanken, die uns viele Tips gegeben haben und für die Umsetzung in der Schildkrötenauffangstation Dorsten zuständig waren.

11. Mai 2016
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FAQ: Wieso muss die Schildkrötengehegeumrandung blickdicht sein?

Neben der Tatsache, dass eine Schildkrötengehegeumrandung so gestaltet sein muss, dass die Schildkröten nicht rausklettern können, muss sie auch blickdicht sein. Es gibt zwei wesentliche Gründe, die dafür sprechen, die Gehegeumrandung eines Schildkrötengeheges blickdicht zu gestalten.

Zum einen tigern die Schildkröten den ganzen Tag an einem blickdurchlässigen Zaun auf und ab, weil sie da durch wollen. Man erspart ihnen viel Stress, wenn man statt eines Zauns Steine oder Bretter nutzt, an denen die Schildkröten nicht hochklettern können.

Zum anderen besteht eine Verletzungsgefahr wenn die Schildkröten ihre Köpfe durch den Zaun stecken können. Sie können schnell hängen bleiben. Noch gefährlicher ist es, wenn der Zaun zwei Gehege voneinander trennt. Es kann passieren, dass eine Schildkröte den Kopf durch den Zaun steckt und von der Schildkröte auf der anderen Seite gebissen wird. Wer meint, dass das nicht passiert oder nur halb so schlimm ist, kann sich das folgende Foto eines Vortrages von Dr. Renate Keil aus Peine anschauen. Dieser armen Schildkröte ist nämlich genau das passiert. Die andere Schildkröte hat ihr den unteren Hornschnabel abgerissen!
Dr. Renate Keil Schnabel

Erspart euren Schildkröten auf einfachem Wege viel Leid und nutzt keine Zäune o.ä. ausschließlich zur Umrandung der Gehege. Eure Lieblinge werden es euch durch ein stressfreies Verhalten danken 🙂

 

 

Quellen: Vortrag von Dr. Renate Keil (Norddeutsche Schildkrötentage in Peine)