My Fluffy Turtle

Der Schildkrötenblog

24. Mai 2016
von Anika
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Steckbrief: Pantherschildkröte (Stigmochelys pardalis)

Deutscher Name: Pantherschildkröte

Wissenschaftlicher Name: Stigmochelyspardalis (BELL, 1828), früher Geochelone pardalis

Unterarten Stigmochelys pardalis pardalis und Stigmochelys pardalis babcocki   

Schutzstatus : WA 2 , in Deutschland meldepflichtig mit Herkunftsnachweis

Beschreibung:  Stigmochelys pardalis haben einen hochgewölbten, an den Seiten steil abfallenden Rückenpanzer, die Grundfärbung ist beige bis hellbraun mit einer unregelmäßigen schwarzen oder dunkelbraunen Flecken/Sprenkelzeichnung, welch namensgebend war für den Trivialnamen Pantherschildkröte oder englisch Leopard-Tortoise.

maennchen pantherschildkroete

Die Jungtiere zeigen noch eine klare symmetrische Panzerzeichnung, beige Grundfarbe , dunkele Schildnähte und die Panzerschilder mit  z.T. schwarzen Flecken in der Mitte. Mit zunehmendem Wachstum verschwinden die gleichmäßigen Muster und gehen in die „Pantherfärbung“ über.

Kopf, Beine und Weichteile sind einfarbig beige gefärbt. An der Frontseite der Vorderbeine sind einige sehr große Hornschuppen zu sehen, zw. Hinterbein und Schwanz befinden sich 2-3 deutlich sichtbare Hornkegel. Die Vorderbeine haben je 5 Krallen, die Hinterbeine je 4. Der Schwanzschild ist ungeteilt und leicht nach innen gebogen. Der Bauchpanzer ist einfarbig beige mit einzelnen schwarzen  Flecken.

Die Unterarten sind bei erwachsenen Tieren schwierig zu unterscheiden, Stigmochelys p. babcocki soll hochrückiger sein als Stigmochelys p. pardalis . Die Jungtiere von St. p. babcocki zeigen keinen oder einen schwarzen Punkt in der Mitte der Wirbel-und Rippenschilder, St.p.pardalis  i.d.R. zwei Punkte. Aufgrund des riesigen Verbreitungsgebietes mit unterschiedlichen Lebensräumen und den vielen Lokalformen gibt es vermutlich mehr als die zurzeit von der Wissenschaft beschriebenen zwei Unterarten.

Geschlechtsunterschiede: Erwachsene Männchen haben einen deutlich längeren Schwanz als die Weibchen, der Bauchpanzer ist leicht konkav gewölbt. Die Analschilder des Bauchpanzers bilden einen Winkel über 90 Grad, die Schilder der Weibchen unter 90 Grad.

Weibchen Plastron

Weibchen Plastron

Männchen Plastron

Männchen Plastron

Größe: Je nach Herkunftsgebiet und Lokalform können sie eine Panzerlänge von 25 cm – 70 cm erreichen  erreichen , (70 cm z.B. Tiere aus Äthiopien) . Die meisten in Deutschland gezüchteten Tiere stammen aus Ostafrika (Tansania/Mosambik)und werden zw. 25 cm und 40 cm lang.

Natürlicher Lebensraum:  Von Ost- bis Südafrika, Äthiopien, Somalia, Kenia, Tansania, Uganda, Simbabwe, Malawi, Mosambik, Namibia, Südafrika.  In ihrem großen Verbreitungsgebiet besiedeln die Pantherschildkröten unterschiedliche Habitate, meist offene Landschaften von der trockenen Dornsavanne bis hin zur Feuchtsavanne, vom Tiefland bis in Höhenlagen von über 2000m.

Haltung in menschlicher Obhut: Pantherschildkröten sind tagaktiv, vor Einbruch der Dunkelheit suchen sie ihre Schlafplätze auf. Gemäß ihrer Herkunft müssen Pantherschildkröten ganzjährig warm untergebracht werden, sie mache keine Winterruhe.

Als recht lauffreudige und rel. groß werdende Landschildkröten benötigen sie entsprechend große Gehege. Adulte Tiere sollten in großen Terrarien untergebracht werden, Grundfläche mind. 5 qm pro Tier, bei zwei oder mehr Tieren entsprechend größer. Als Bodengrund eignet sich ein Sand/ Gartenerdegemisch.  Holzhäcksel oder Kleintierstreu vom Zoogeschäft sind völlig ungeeignet. Das Gehege sollte mit größeren Steinen, Ästen, robusten Pflanzen, Steinplatten usw. gut strukturiert sein und den Tieren Rückzugs-und Versteckmöglichkeiten bieten.  Dazu bieten sich an Höhlen, Strohhaufen, trockenes Gras oder Gebüsch.  Der Bodengrund sollte trocken, die Luftfeuchtigkeit vor allem nachts aber rel. hoch sein, dabei helfen evtl. elektrische Vernebler, Übersprühen oder offene Gefäße mit Wasser oder Grünpflanzen.  Das Terrarium muss unterschiedlichen Temperaturzonen aufweisen, unter der Wärmelampe 35-40 Grad, aber auch Bereiche unter 25 Grad. Nach meinen Beobachtungen wird durch ein deutliches Tag/Nacht-Temperaturgefälle die Vitalität der Schildkröten sichtlich erhöht. Dauerhaft gleichhohe Temperaturen schaden den Schildkröten. Die nötige Versorgung mit UV-Licht erfolgt durch UV-Licht abgebende Wärmelampen.gehege pantherschildkroete

Von Frühjahr bis Herbst (April–Oktober) ist eine Außenhaltung im Garten sehr zu empfehlen. Die Gehegefläche sollte möglichst groß sein, mit sandigem, wasserdurchlässigem Boden, die Grasflächen kurzgeschnitten, und einige hohe Grasbüschel als Verstecke. Weitere Bepflanzung z.B. mit mediterranen Gebüschen (Thymian, Salbei, Lavendel usw.) dient als Schattenspender und gibt dem Gehege mehr Struktur. Gehweg/Steinplatten bieten sich als Wärmeinseln/Wärmespeicher an.

Bei der Außenhaltung unbedingt erforderlich ist ein großes helles Schutzhaus, z.B. ein gut isoliertes Gewächshaus. Ein handelsübliches Frühbeet ist für adulte Pantherschildkröten zu klein. Wichtig ist eine Wärmelampe für kühlere Tage. Die Tiere sollten die Gelegenheit haben, sich tägl. auf über 30 Grad aufzuwärmen. Eine nächtliche Temperatur von 12-15 Grad macht den Tieren nichts aus, sondern fördert eher ihr Wohlbefinden. Das Schutzhaus sollte zugluftfrei sein, Kälte in Verbindung mit Durchzug kann schnell zur Lungenentzündung führen. Zur Einrichtung des Schutzhauses gehören unbedingt Versteck/ Unterschlupfmöglichkeiten, etwa mit Stroh gefüllte umgedrehte Holzkisten; wenn die Schildkröten sie erstmal kennen, werden sie sie abends von allein aufsuchen. Einige mit Wasser gefüllte 20 l Kanister im Schutzhaus helfen die Temperaturschwankungen abzumildern  und die nächtl. Temperatur in kalten Nächten nicht zu tief absinken zu lassen.

Außengehege für Jungtiere

Außengehege für Jungtiere

Haltung der Jungtiere: Junge Pantherschildkröten sollten aufgrund der enormen Größenunterschiede nicht mit erwachsenen oder halbwüchsigen Tieren zusammengehalten werden. Das Terrarium/Gehege kann bzgl. Bodengrund, Temperatur, Einrichtung usw. genauso gestaltet sein wie für die erwachsenen Tiere, nur eben nicht so groß. Bei den schnell wachsenden Jungtieren ist eine hohe Luftfeuchtigkeit wichtig  um ein höckerig werden des Panzers vorzubeugen. Von April – Okt. sollten die Jungtiere im Freiland im handelsüblichen Schildkrötenfrühbeet mit Auslauf gehalten werden, natürlich auch mit Wärmelampe für kühle Tage. Selbst den kleinen Jungtieren macht eine Temperatur von 15 Grad nachts nichts aus. Auch im Frühbeet für Verstecke/ Unterschlupfmöglichkeiten sorgen, junge Pantherschildkröten können anfangs sehr scheu sein, werden aber schnell zutraulich, wenn sie sich im Gehege sicher fühlen und sich jederzeit in ein Versteck zurückziehen können.

1 Tag alte Jungt

1 Tag alte Jungtiere

Verhalten/Vergesellschaftung: Pantherschildkröten sind untereinander sehr verträglich, eine Gruppenhaltung ist gut möglich. Die Männchen stellen den Weibchen auch nicht so penetrant nach wie z.B. europ. Landschildkröten. Rivalisierende Männchen sollten aber immer genügend Platz haben  sich aus dem Wege zu gehen.  Im i.d.R. kleineren Winterquartier empfiehlt sich evtl. eine Trennung der Männchen, man sollte aufmerksam beobachten, ob sich bei Gemeinschaftshaltung ein Männchen zurückzieht oder vom stärkeren Männchen immer wieder weggedrückt wird. Weibliche Pantherschildkröten sind untereinander sehr verträglich. Jungtiere können problemlos in Gruppen gehalten werden. Eine gemeinsame Haltung mit Spornschildkröten ist bedingt möglich, nur wenn sehr viel Platz vorhanden und die Tiere etwa gleich groß sind.  Eine gemeinsame Haltung mit europ. Landschildkröten ist aufgrund der unterschiedlichen Haltungsansprüche und Größenverhältnisse der erwachsenen Tiere nicht zu empfehlen.

Futter: Im natürlichen Habitat fressen die Pantherschildkröten rohfaserreiche pflanzliche Nahrung, hauptsächlich Gräser, Kräuter, Blüten, frische erreichbare Blätter der Sträucher , Sukkulenten usw.. Entsprechend sollte die Ernährung in menschlicher Obhut aus rohfaserreichen Pflanzen bestehen. Meine Pantherschildkröten fressen im Außengehege hauptsächlich Gras, (kurzgemähtes Gras wird abgeweidet, langes Gras verschmäht), daneben gesammelte Wildkräuter. Obst biete ich nicht an, es würde auch nicht gefressen, mit Ausnahme 1x monatlich eine Kaktusfeige. Sehr beliebt sind Möhren, die mehrmals wöchentlich dazu gefüttert werden. Im Winter besteht das Futter hauptsächlich aus Heu, welches in einer Raufe immer zur Verfügung steht, und aus eingeweichten Heupellets (Agrobs Testudo Herbs) , die mit wenig geriebener Zucchini oder Möhre vermischt werden. Als frisches Grün wird mehrmals wöchentlich Endiviensalat, Romanasalat, Radicchio oder Rucola angeboten, daneben  auch Möhren. Die Jungtiere bekommen das gleiche Futter wie die erwachsenen, nur zerkleinert. Um dem erhöhten Eiweißbedarf  der schnell wachsenden Jungtiere gerecht zu werden gebe ich im 1.-2- Lebensjahr 1x wöchentl.  getrocknete Gammaruskrebse (Wasserschildkrötenfutter) über die eingeweichten Heupellets. Frisches Wasser in der Trinkschale wird alle 2 Tagegereicht, die Jungtiere haben tägl. Wasser zur Verfügung. Da die Schildkröten gerne ins Wasser koten, öfter das Wasser kontrollieren. Die Schildkröten trinken, indem sie den Kopf ganz ins Wasser eintauchen und das Wasser durch die Nasenlöcher einsaugen. Der Kalkbedarf der Pantherschildkröten ist sehr hoch, ständig liegen Sepiaschalen zur freien Aufnahme im Gehege, daneben Hühnereierschalen, für die Jungtiere zerbröselt. Schalen von rohen Eiern werden kurz in der Mikrowelle erhitzt.

Wasserstelle

Gesundheitsvorsorge: Gesunde Pantherschildkröten haben klare Augen, der Panzer wird beim laufen deutlich vom Boden abgehoben. 2x jährl. lasse ich den Kot auf Parasiten untersuchen, bei positivem Befund wird nach Anweisung des Tierarztes entwurmt.

Weiterführende Literatur:

„Panther-und Spornschildkröten“ von Holger Vetter, Edition Chimaira

„Tropische Landschildkröten“ Draco Terraristik-Themenheft, NTV-Verlag

„Die Pantherschildkröte“ von Mario Herz, NTV-Verlag

 

Alle Angaben ohne Gewähr. Die Haltungsempfehlungen basieren auf der über 20 jähr. Erfahrung des Autors mit der Haltung und Zucht von Pantherschildkröten.

Autor: Heinrich Altenfeld , 48734 Reken, Deutschland

 

 

14. Mai 2016
von Anika
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Heimwerkertip: Bau eines Blumenkastenfilters

Vor einer Weile haben wir gemeinsam mit einigen Schildkrötenfreunden Blumenkastenfilter für die Schildkrötenauffangstation in Dorsten gebaut. Diese haben nicht nur die Wasserqualität der Wasserschildkrötenbecken deutlich verbessert, sondern sehen auch noch klasse aus. Nun entschieden wir uns, für unsere drei Schildkrötenbecken zuhause ebenfalls Blumenkastenfilter zu bauen.

Aber was ist ein Blumenkastenfilter überhaupt? Ein Blumenkastenfilter wird in oder über einem Aquarium montiert. Der handelsübliche Blumenkasten bekommt einen Ein- und einen Ausfluss, denn der eigentliche oder zusätzliche Aquarienfilter soll das Wasser nicht mehr direkt zurück in das Becken, sondern in den Blumenkasten pumpen. Dort fließt das Wasser dann durch Lavastrat oder ein ähnliches Substrat und an den Wurzeln einiger ausgewählter Pflanzen vorbei. Die Steine filtern das Wasser mechanisch und die Pflanzen entziehen dem Wasser Nährstoffe, wie z.B. Nitrat. Am Ende hat man super sauberes, biologisch gefiltertes Wasser, welches zurück in das Becken fließt.

DSC03404

Wie baut man einen Blumenkastenfilter? Ich möchte direkt vorweg sagen…das Zusammenbauen ist echt nicht wild, wenn man erstmal die Komponenten zusammengekauft hat. Bei uns war es mit einem Baumarktbesuch jedoch nicht getan.

Was ihr für einen Blumenkastenfilter braucht:
Einen Blumenkasten
Eine kleine Pumpe (am besten eine, bei der man die Durchflussmenge regulieren kann)
Einen Ein- und einen Ausflussstutzen
Passende Schläuche zu Pumpe und Stutzen
Aquariensilikon
Lavastrat o.ä.
Geeignete, ungedüngte Pflanzen (z.B. Efeutute, Grünlilie, Einblatt, Zyperngras)
Ggf. Halterungen für den Kasten

Ursprünglich wollten wir für den Ein- und Ausfluss die gleichen Teile nutzen wie in Dorsten und kauften welche, die uns zuhause zu groß erschienen. Diverse Verkäufer sagten uns jedoch, dass diese genormt seien und es keine kleineren gäbe. Jedoch passten da unsere Pumpenschläuche nicht drauf.

Im nächsten Baumarkt fanden wir dann Verbindungsstücke für Gartenschläuche, in die unsere Schläuche passten…und am Ende auch noch echt gut aussehen. Schaut also am besten selbst, was eure Baumärkte zu bieten haben.Blumenkastenfilter Einlauf

Die Blumenkästen bekamen zwei Löcher, in die die Verbindungsstücke gesteckt wurden. Ein Loch für dein Einfluss an einer kurzen Seite und ein Loch für den Ausfluss am Boden. Die Ränder wurden dann mit Aquariensilikon abgedichtet. Zum Ausfluss kommen wir am Ende nochmal.

In die Blumenkästen kam Lavastrat. Den muss man vorher gründlich waschen, da er sehr staubig ist. Seramis o.ä. ginge auch. Lavastrat bekommt man nämlich nicht überall. Lavastrat

Für die Bepflanzung entschieden wir uns für einen Mix aus (goldener) Efeutute, Grünlilie, Einblatt und Zyperngras. Diese Pflanzen vertragen Nässe und brauchen nicht zwingend Erde. Zudem wirken sie sich gut auf die Luftfeuchtigkeit aus und sind pflegeleicht. Packt nicht zu viele Pflanzen rein und lasst ihnen Platz. Zyperngras und Efeutute neigen dazu dichte Wurzeln zu bilden und können die Blumenkästen auseinander drücken. Behaltet das im Auge, sonst gibt es ein Unglück. Die Erde wird vor dem Einpflanzen in den Kästen gründlich entfernt, da sie sonst schimmelt. In der Erde befindet sich zudem bei neu gekauften Pflanzen reichlich Dünger, der nicht in die Becken gelangen darf. Ich lasse abgespülte Pflanzen noch einige Tage stehen und wässere sie, damit sich der letzte Dünger abbaut, da wir Garnelen in einigen Becken haben und sie sehr empfindlich reagieren.

Am Ausfluss befestigten wir innen kleine Plastikkörbe, die man bei Filtern an den Ansaugschlauch steckt, damit kein grober Dreck, Fische oder Pflanzen eingesaugt werden. Das soll verhindern, dass Steine ins Becken fallen. Diese Körbchen kosten bei JBL wesentlich weniger als bei eheim und passten ebenfalls an unsere Schläuche.

Blumenkastenfilter Auslauf.jpgAm Ende mussten wir nur noch die Schläuche anbringen. Damit es nicht laut plätschert haben wir auch beim Ausfluss einen kurzen Schlauch angebracht, der das Wasser runterführt. Am Ende der Schläuche befindet sich ein Regler, mit dem man die Wassermenge, die hinaus fließen soll, bestimmen kann. So vermeidet man ein Gluckern.

Da Lavastrat sehr schwer ist und die Kästen noch schwerer werden, wenn sie mit Wasser gefüllt sind, trauten wir uns nicht, sie auf die Plastikquerstreben unseres großen Juwel-Beckens oder die Außenscheiben unseres kleinen Beckens zu stellen. Daher kauften wir im Baumarkt spezielle Halterungen, um sie an der Wand hinter den Becken zu montieren. Wenn ihr die Möglichkeit habt, die Kästen direkt in oder über eurem Becken anzubringen, solltet ihr dies tun. Im Fall, dass das Wasser doch einmal überläuft, kann es so nur im Becken landen. Bringt ihr die Kästen außerhalb an, kann es ganz schön daneben gehen. Hier müsst ihr Sicherheitsmaßnahmen ergreifen. Bringt am oberen Rand der Vorderseite die über das Becken ragt, kleine Löcher an, über die das Wasser kontrolliert in das Becken laufen könnte, wenn der Kasten einmal zu voll wird. Eine weitere Sicherheitsmaßnahme wären kleine Sensoren, die bei Nässe die Stromzufuhr zum Filter kappen (ähnlich wie ein Thermostat, welches die Stromzufuhr beim Kühlschrank unterbricht, wenn es darin zu kalt wird). Diese kosten um die 30€.

Und schon ist der Blumenkastenfilter fertig und kann starten. Wir haben vorher einen Probelauf in der Badewanne gestartet und die Kästen bei der Premiere gut im Auge behalten. Hier und da müssen wir immer mal nachjustieren, damit Ein- und Ausflussmenge stimmen.

Blumenkastenfilter 1Blumenkastenfilter 3

Aktuell lassen wir die Blumenkastenfilter zusätzlich zu den normalen Außenfiltern laufen. Unsere Außenfilter haben eine zu hohe Durchflussmenge und würden die Blumenkastenfilter zum Überlaufen bringen. Daher laufen für die Kästen kleine Pumpen nebenbei. Mein Ziel ist es, die Außenfilter auszuschalten, wenn die Blumenkastenfilter eingefahren sind. Das spart am Ende auch noch Strom.

Zu guter Letzt möchten wir uns bei Dennis und Inge bedanken, die uns viele Tips gegeben haben und für die Umsetzung in der Schildkrötenauffangstation Dorsten zuständig waren.

11. Mai 2016
von Anika
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FAQ: Wieso muss die Schildkrötengehegeumrandung blickdicht sein?

Neben der Tatsache, dass eine Schildkrötengehegeumrandung so gestaltet sein muss, dass die Schildkröten nicht rausklettern können, muss sie auch blickdicht sein. Es gibt zwei wesentliche Gründe, die dafür sprechen, die Gehegeumrandung eines Schildkrötengeheges blickdicht zu gestalten.

Zum einen tigern die Schildkröten den ganzen Tag an einem blickdurchlässigen Zaun auf und ab, weil sie da durch wollen. Man erspart ihnen viel Stress, wenn man statt eines Zauns Steine oder Bretter nutzt, an denen die Schildkröten nicht hochklettern können.

Zum anderen besteht eine Verletzungsgefahr wenn die Schildkröten ihre Köpfe durch den Zaun stecken können. Sie können schnell hängen bleiben. Noch gefährlicher ist es, wenn der Zaun zwei Gehege voneinander trennt. Es kann passieren, dass eine Schildkröte den Kopf durch den Zaun steckt und von der Schildkröte auf der anderen Seite gebissen wird. Wer meint, dass das nicht passiert oder nur halb so schlimm ist, kann sich das folgende Foto eines Vortrages von Dr. Renate Keil aus Peine anschauen. Dieser armen Schildkröte ist nämlich genau das passiert. Die andere Schildkröte hat ihr den unteren Hornschnabel abgerissen!
Dr. Renate Keil Schnabel

Erspart euren Schildkröten auf einfachem Wege viel Leid und nutzt keine Zäune o.ä. ausschließlich zur Umrandung der Gehege. Eure Lieblinge werden es euch durch ein stressfreies Verhalten danken 🙂

 

 

Quellen: Vortrag von Dr. Renate Keil (Norddeutsche Schildkrötentage in Peine)

8. Mai 2016
von Anika
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Gehegevergrößerung mit Frühbeet

In diesem Frühjahr haben wir die Gehege der Griechischen Landschildkröten vergrößert und ihnen ein Frühbeet der Marke Beckmann aufgebaut. Über den Aufbau und unsere Zufriedenheit mit diesem Frühbeet habe ich einen separaten Bericht geschrieben, der bald online gestellt wird.

Da einer der vier Griechenmänner leider unverträglich ist, hat er sein eigenes Gehege. Dieses war bisher leider sehr klein. Statt eines Frühbeetes hatten die Griechen Steinhäuser mit Doppelstegplatten als Dach. Alles andere als optimal 🙁

Gehege vorher

Vorher

Da meine Eltern ihr Erdbeerbeet aufgegeben haben, konnten wir beide Gehege neu verteilen, vergrößern. Es wurde ein wenig kürzer, damit man ringsherum laufen kann, aber dafür wesentlich breiter.20160402_183553

Früher waren beide Gehege komplett mit diesen sichelmondförmigen Pflanzsteinen eingezäunt. Da unser damaliger Grieche Milow es mehrmals schaffte an den Steinen hochzuklettern, mussten wir zusätzlich einen Kaninchenzaun anbringen.
Die Steine kann man zwar schön bepflanzen, aber sie nehmen recht viel Platz weg. Daher haben wir für die Vergrößerung keine zusätzlichen Steine sondern Douglasienbretter gekauft. Die Inspiration dazu bekamen wir beim Besentag in der Schildkrötenauffangstation in Dorsten. Sicherheitshalber haben wir wieder zusätzlich die Zäune angebracht. Davon hatten wir noch reichlich da. Ausschließlich diese Zäune wären nicht gut, da die Schildkröten Sichtschutz brauchen. Dazu aber ein anderes Mal mehr.
Parallel bauten wir das Frühbeet auf und stellten es auf eine kleine Steinmauer, mit zwei Aussparungen als Eingänge. Das Gehege steht in der Mitte, ist von beiden Gehege begehbar und ist innen ebenfalls mit Brettern abgetrennt. Zudem stehen drinnen Holzhäusschen mit Stroh. Natürlich wurde ein automatischer Fensteröffner montiert, damit die Griechen nicht überhitzen.

20160403_183306

Nun stehen Zaun und Frühbeet und die Pflanzen wachsen allmählich. Die Griechen lieben ihr Frühbeet. Sie sind direkt am ersten Tag rein gegangen und haben auch dort übernachtet. Wir freuen uns und bereuen die Investition keines Falls.

Gehege Nachher

Nachher

23. April 2016
von Anika
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Terrarienpflanze: Grünlilie (Chlorophytum sp.)

Die übliche Grünlilie aus dem Handel stammt aus Afrika und ist eine sehr anspruchslose Pflanze. Besonders beliebt ist die einfache Vermehrung, denn die Grünlilie bildet viele kleine Ableger an Stängeln, die man einfach abknipsen und in Wasser stellen muss, damit sie Wurzeln bilden. Die Ableger wachsen schnell heran bis sie die Endgröße von ca. 30cm erreichen. Dazu kommt, dass die Grünlilie recht anspruchslos ist. Wenn man mal mehrere Tage vergisst zu gießen, ist das nicht schlimm.

Es gibt so sowohl mit graden, als auch leicht geschwungenen Blättern. Typisch ist der weiße Streifen in der Mitte der sonst knallgrünen, schmalen Blätter.

Gruenlilie

Aus Sicht der Schildkröte: Die Grünlilie ist ungiftig und kann daher auch ruhig von den Schildkröten gefressen werden.
Wir verwenden sie für unsere Blumenkastenfilter. Auch in der Schildkrötenauffangstation Dorsten e.V. sorgt sie in den vielen Blumenkastenfiltern für sauberes Wasser.

 

 

Quellen:
http://www.heimbiotop.de/Terrarienpflanzen.html

21. April 2016
von Anika
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Terrarienpflanze: Einblatt (Spathiphyllum)

Das Einblatt ist eher für Aquaterrarien geeignet um z.B. die Ufer oder Blumenkastenfilter zu bepflanzen, da sie eine hohe Luftfeuchtigkeit benötigt.

Einblatt sollte jedoch nicht verfüttert werden oder Tieren zur Verfügung stehen, die Pflanzen anknabbern, da es zu den Aronstabgewächsen gehört und giftig ist.
Es gibt Berichte, dass Frösche an Futtertieren gestorben sind, die Kontakt zu der Pflanze hatten. Also auf keinen Fall in Froschterrrarien verwenden.

Wir nutzen das Einblatt zur Bepflanzung unserer Blumenkastenfilter. Unsere Schildkröten können die Pflanze nicht erreichen. Mit ihren weißen Blüten hebt sie sich von den anderen Pflanzen wunderschön ab.

Trockenheit verträgt das Einblatt nicht und fällt dann recht schnell in sich zusammen. Wenn man rechtzeitig wieder Wasser gibt, erholt sie sich jedoch schnell und richtet sich wieder auf. Für Gießfaule eignen sich eher Grünlilie und Efeutute.

Einblatt

 

 

Quellen:

http://www.heimbiotop.de/Terrarienpflanzen.html

20. April 2016
von Anika
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Terrarienpflanze: Bogenhanf (Sansevieria)

Der Bogenhanf  (Sansevieria) stammt aus Afrika und Südasien, gehört zu den Spargelgewächsen und ist auch unter den Namen Bajonettpflanze oder Schwiegermutterzunge bekannt. Sie wächst also durchaus in Gebieten, in denen auch so manche Landschildkröte lebt.

Der Bogenhanf ist eine sehr robuste, pflegeleichte und hitzebeständige Pflanze. Er verträgt volle Sonne und Temperaturen bis zu 29 Grad und mag lieber trockenes, statt zu nasses Substrat. Seine rund 67 verschiedenen Arten wachsen sehr langsam und erreichen Wuchshöhen zwischen 10 und 80cm. Seine luftreinigenden und -befeuchtenden Eigenschaften kommen dem Klima im Terrarium sehr zu Gute. Gleichzeitig macht es ihm nichts aus, wenn sein Substrat einmal austrocknet. Wenn man ihn langsam daran gewöhnt verträgt er sogar die Hitze von Wärmelampen und kann daher in Lampennähe stehen, wo andere Pflanzen bereits verbrennen würden.

Bogenhanf

In einem Töpfchen steht der Bogenhanf aufrecht und platzsparend im Terrarium und kann nur schwer angeknabbert werden. Die faserreichen, fleischigen Blätter lassen sich zudem nur schwer verspeisen und werden von kleinen Schildkröten höchstens angenagt. Dies sieht zwar dann nicht mehr sehr schön aus, aber die Blätter überleben auch dies.
Verfüttern sollte man ihn nicht, da er giftige Saponine enthält, die für Nagetiere bspw. tödlich wirken können. Es kommt immer wieder dazu, dass Landschildkröten ihn fressen, Berichte über Vergiftungen gibt es jedoch keine. Ausgerechnet an dem Tag, an dem ich begann diesen Bericht hier zu schreiben und nur noch Fotos machen wollte, warfen meine Köhlerschildkröten einen der Töpfe um und fraßen an den Blättern. Ihnen scheint es gut zu gehen, aber begeistert war ich trotzdem nicht.
Wie wir wissen, vertragen Reptilien Giftstoffe ganz anders als Säugetiere, aber man muss es ja nicht provozieren und sollte den Bogenhanf daher nicht als Futterpflanze nutzen. Es gibt genug Pflanzen, die erwiesen unschädlich sind. Bogenhanf als Futterpflanze zu züchten lohnt sich eh nicht, da er viel zu langsam wächst und andere tolle Eigenschaften mitbringt, die viel nützlicher sind.

 

 

Quellen:
http://www.pflanzenfreunde.com/bogenhanf.htm
http://www.botanikus.de/Botanik3/Ordnung/Bogenhanf/bogenhanf.html
http://www.heimbiotop.de/Terrarienpflanzen.html

28. März 2016
von Anika
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Buchvorstellung: Die natürliche Haltung und Zucht der Griechischen Landschildkröten von Wolfgang Wegehaupt

Broschiert: 224 Seiten
Verlag: Wegehaupt Verlag
ISBN: keine
Preis: 36€

wegehaupt ausgabe 1

Wolfgang Wegehaupt ist einer der bekanntesten Autoren, wenn es um Griechische Landschildkröten geht. Nun konnte ich seine erste Auflage auch lesen. Diese gab es zu ihrer Zeit nicht im Buchhandel zu kaufen, sondern nur direkt über den Verlag des Autors. Daher gibt es keine ISBN. Mittlerweile wurde es neu aufgelegt. Ich werde wie gewohnt die einzelnen Kapitel kurz anschneiden und schreiben, wie ich das Buch finde.

Artenschutz und die Meldepflicht: Kennzeichnung, Fotodokumentation und die Erforderlichkeit eines Sachkundenachweises werden hier thematisiert.

Die Anschaffung einer Schildkröte: Hier kann man nachlesen, was man vor dem Kauf wissen und beim Kauf beachten sollte.

Der Körperbau der Griechischen Landschildkröte: Hier geht der Autor auf die einzelnen Körper teilt wie z.B. Panzer, Gliedmaßen, Haut, Organe und Kloake ein. Zudem erklärt er, wieso die Erwärmung des Körpers so wichtig ist.

Sinnesorgane und Instinkte: Hier werden alle Sinne, inklusive dem seismischen, und zusätzlich der Fressinstinkt und das Schmerzempfinden erläutert. Auch die Frage, ob Schildkröten eine Stimme haben wird beantwortet.

Die Beschreibung der Arten: Hier kann man nachschlagen, woran man die West- von der Ostrasse, also testudo hermanni hermanni von testudo hermanni boettgeri unterscheiden kann und was man über sie wissen sollte. Zudem steht hier auch, woran man die Geschlechter erkennen und unterscheiden kann.

Der natürliche Lebensraum: Hier wird nicht einfach nur das Verbreitungsgebiet erläutert, sondern auch die Flora im Wandel des Jahres. Wie sieht es dort im Frühjahr aus, wie im November und wie in den Jahreszeiten dazwischen? Desweiteren geht der Autor hier auf die Territorien und aktiven Phasen der Schildkröten. Was macht man, wenn man in der Natur einer Schildkröte begegnet oder auf einem Markt?

Das Klima im Vergleich: Hier findet der Leser verschiedene Klimatabellen über Sonnen- und Regenstunden und Höchst- und Tiefsttemperaturen.

Die Gefährdung des natürliches Bestandes: Hier werden die Feinde der Schildkröte aufgezählt. Wie immer ist der größte Feind der Mensch, der Schildkröten auf die Speisekarte setzt und ihre Lebensräume vernichtet.

Das Freilandgehege: Rechtliches, Standort, Größe, Austattung, Futterpflanzen, Tips für die Umrandung, Frühbeete, Beleuchtung…. hier bleiben keine Fragen zum Gehegebau offen.

Die Ernährung: Was darf man verfüttern und was nicht? Was fressen die Schildkröten im Laufe des Jahres in der Natur? Welche Pflanzen suind giftig? Diese Fragen werden ausführlich beantwortet. Auf die einzelnen Bestandteile der Nahrung wie z.B. Kalzium und Kohlenhydrate geht Wolfgang Wegehaupt im Einzelnen ein.

Die Aufzucht von Jungtieren: Wie bringt man Jungtiere um und wie ernährt man sie? Behandelt man sie wie adulte Tiere? Zudem wird hier besprochen, ob man verschiedene Schildkrötenarten vergesellschaften kann.

Wachstum und Gewicht: Hier wird z.B. geklärt was Dampfaufzuchten sind und was es damit auf sich hat. Auch das erreichbare Alter wird angesprochen. Über ein Höchstalter bei gesunden Tieren kann er nur spekulieren. Jedoch konnte er feststellen, dass ältere Tiere in Gesellschaft aufblühen, während sie bei Einzelhaltung regelrecht verkümmern. Zudem berichtet er von über 90 Jahre alten Tieren, die noch befruchtete Eier legen.

Die Zucht der Griechischen Landschildkröten: Zuallererst erklärt Wegehaupt, dass das reine Vermehren noch lange keine erfolgreiche Zucht ist. Jede Schildkröte hat das Bestreben sich zu vermehren. Schlupfraten von 50-70% sind kein Erfolg. Zudem werden mehr Tiere inkubiert, als verantwortungsvolle Halter aufnehmen können und Arten unwissentlich gekreuzt.
Nachdem dies klar gestellt wurde, werden das Werberitual, die Kopulation, das Geschlechterverhältnis, die Eiablage, die Bergung und Zeitigung der Eier und die Entwicklung der Schildkröte im Ei erläutert. Danach folgt die Frage wie das Geschlecht festgelegt wird. Nach dem Punkt Schlupf geht Wegehaupt sogar auf Anomalien, Bastarde und Inzucht ein.

Die Winterstarre: Laut Wegehaupt benötigen die Westrasse und die Ostrasse aus wärmeren Gebieten eine dreimonatige Starre, die restliche Ostrasse eine fünfmonatige. Auch Jungtiere müssen starren. Am besten findet eine eigenständige Vorbereitung im Frühbeet statt. Zudem räumt er mit dem Mythos, dass sich Schildkröten Fett anfressen müssen, auf. Nach dem die Schildkröte in ihre Überwinterungskiste überführt wurde, muss man zwischen einer Überwinterung im Kühlschrank, Lichtschacht, Frühbeetkasten oder Gewächshaus wählen, die alle thematisiert werden. Zuletzt wird noch geklärt, wann die Starre endet und was dann zu tun ist.

Die Krankheiten: Parasitenbefall und die Herpesvirusinfektion werden hier erläutert.

Schildkrötendiebstahl: Eine Seite wurde dem Thema Diebstahl und den Schutzvorkehrungen gewidmet.

Das Freilandgehege des Verfassers:  Zum Schluss zeigt uns der Autor sein Gehege, samt Schildkrötenhaus und Bepflanzung.

Urlaub: Das letzte Kapitel befasst sich auf einer Buchseite noch mit dem Thema, wer sich um die Schildkröten kümmert, wenn man mal verreisen möchte. In der Regel reicht ein Nachbar, der gelegentlich nach dem Rechten sieht.

Am Ende gibt es noch eine kurze Zusammenfassung der wichtigsten Themen.

Fazit: Leider gibt es dieses wirklich lesenswerte Buch so nicht mehr zu kaufen. Denn mittlerweile wurde es neu aufgelegt und hat stark an Umfang gewonnen. Klingt erstmal nicht schlecht, jedoch klagen viele Leser, die beide Bücher kennen, darüber, dass die neue Auflage zu umfangreich ist. Ich habe die neue Auflage noch nicht gelesen, jedoch gab es bei der ersten Auflage nichts, was ich vermisst hätte. Es liest sich wirklich schön, schweift nicht aus und hat ein angenehmes Text-Foto-Verhältnis. Zudem kann man es in einem Rutsch durchlesen, wenn man sich etwas Zeit nimmt. Wenn ihr die Chance habt die erste Auflage noch zu bekommen, dann schnappt sie euch. Sie ist heiß begehrt 😉

26. März 2016
von Anika
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Besentag in der Schildkrötenauffangstation Dorsten am Karsamstag

Heute haben sich viele fleißige Schildkrötenfreunde in der Schildkrötenauffangstation in Dorsten versammelt um die Station auf Vordermann zu bringen. Nach dem wir vor einer Weile den Wasserschildkrötenkeller umgebaut haben, waren nun die Gehege und Schutzhäuser der Landschildkröten dran.
Als wir ankamen, waren einige alte Gehege samt Steinhäuschen schon abgerissen. Hier die Vorher-Nachher-Fotos.

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Gemeinsam haben wir den Bodengrund erneuert und als Umrandung witterungsbeständige Douglasienbretter zurecht gesägt. Die Doppelstegplatten, die als Dächer dienen wurden gesäubert und mit Blumenkästen beschwert. Darin wachsen bald Futterpflanzen für die lieben Schildkröten.  Die neue Umrandung wirkt nun viel stimmiger und hochwertiger, als die kleinen Lattenzäunchen mit der grünen Blechpalisade. Der Vorher-Nachhereffekt ist unglaublich. Hier noch aus einem anderen Winkel. DSC03034 DSC03178

Wie man sehen kann, wurde es am Ende schon langsam dunkel. Die Umbauten dauerten über acht Stunden. Die Helfer, die die Materialien ranschafften, haben sogar noch viel länger gearbeitet, locker zwölf Stunden.

Auch das große Steinhaus, in welchem zwei Gruppen Europäische Landschildkröten leben, wurde renoviert. Leider gab es hier vor einer Weile einen Wasserschaden. Daher musste der Bodengrund raus. Dann wurde das Haus für die Gruppen getrennt und jede Gruppe bekam ein tolles Schlafhaus. Danach durften die Schildkröten, die frisch aus der Starre erwacht sind einziehen. Wenn es warm ist, können sie alleine durch kleine Eingänge in ihre Gehege gehen.

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Seit Kurzem hat die Station eine Wildkräuterwiese, die nun eine Weißdornumrandung bekommen hat, damit es keine Hundepipiwiese wird 😉

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Es hat super viel Spaß gemacht und es ist einfach unglaublich schön, wie viele freiwillige Helfer immer wieder mit anpacken, um den Schildkröten zu helfen. Die Tierheimleiterin Barbara Klobusch hat sich bei allen herzlich bedankt, jedoch spreche ich sicherlich für alle, wenn ich sage, dass wir das gerne für sie und ihre Pfleglinge tun. Die gemeinsame Arbeit mit Gleichgesinnten ist immer wieder schön.
Am Ende waren alle stolz das Endergebnis zu sehen und genossen den schönen Abend noch bei einem kleinen Osterfeuer.

Ich freue mich schon auf die nächste Aktion 🙂

PS: Da Fotos einfach mehr als tausend Worte sagen, belasse ich es bei diesem kurzen Bericht. Wer Interesse an mehr Fotos hat, kann diese auf meiner Facebookseite sehen. Da habe ich mehr Kapazitäten und daher auch ein paar Fotos von den Arbeiten reingestellt 😉

 

21. März 2016
von Anika
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Jahrestagung der DGHT-AG Schildkröten vom 18. bis 20.03.2016 in Gersfeld

Aufgrund von Arbeit und Uni konnte ich am Freitag erst recht spät losfahren. Die meisten waren schon längst unterwegs, wenn nicht sogar schon in Gersfeld angekommen. Fast vier Stunden Autofahrt standen mir bevor. Nach drei Stunden gab es den Supergau – eine Autopanne. Mein Wagen wurde abgeschleppt und ich wurde zum Glück von einem lieben Freund abgeholt. Eigentlich hatte ich ja die Hoffnung den Freitagabendvortrag noch zum Teil mitzukriegen. Unter den Umständen war ich jedoch erst kurz nach Mitternacht im Hotel.

Am Samstag ging es dann um 9:15 Uhr los indem Mario Herz den Tag eröffnete.

Den Anfang machte Sarina Wunderlich mit ihrem sehr interessanten Vortrag zum Thema UVB-Bestrahlung im Terrarium und praktischen Empfehlungen dazu.

Sarina Wunderlich Gersfeld 1Sarina Wunderlich Gersfeld 2

Danach zeigte uns der Buchautor Maik Schilde seine Haltung und Nachzucht von Kinosternon scorpioides scorpioides.

Maik Schilde Gersfeld

Hilko Funsch (laut Autokorrektur Hallo Futsch) teilte seine Erfahrungen bei der Vergesellschaftung europäischer und exotischer Landschildkröten und nannte dabei ein paar Gründe für und gegen solch eine Haltung und die Bedingungen. So hält er z.B. in einem erstaunlich großen Areal Spornschildkröten, Pantherschildkröten, Köhlerschildkröten und diverse europäische Landschildkröten zusammen, die alle ihre Lieblingsplätze zu haben scheinen. Die kleinen Arten können auf die Weiden der großen sulcatas, haben jedoch aufgrund ihrer geringen Größe die Möglichkeit unter den Begrenzungen hindurch zu schlüpfen um auch ruhigere Bereiche aufzusuchen. In den Winterquartieren werden die Tiere jedoch meistens getrennt.
So mancher Zuhörer bemängelte, dass es sich bisher um reines Glück handele, dass sich die Pantherschildkröten noch nicht mit für sie tödlichen Darmbakterien bei den Köhlerschildkröten angesteckt haben. Generell immer wieder ein umstrittenes Thema. Unerfahrene Halter, die auf solchen Tagungen natürlich auch anwensend sind und bei solchen Vorträgen auch immer thematisiert werden, könnten den Vortrag missverstehen und ihre Arten wild mischen ohne die Folgen und Bedingungen im Detail zu kennen. Trotzdem ein sehr interessanter Vortrag.

Hilko Funsch

Steffen Szymanski hielt einen Vortrag über die Haltung und Nachzucht von chelodina reimanni & chelodina gunaleni.

Steffen Szymanski

Halb 12 zeigte Gerald Fuchs seine Haltung und Nachzucht von rhinoclemmys diademata. Tolle Tiere die ich nie hätte unterscheiden können.

Gerald Fuchs

Dann folgte ein Bericht über geomyda spengleri in der Natur und im Terrarium von Markus Auer. Besonders die Reiseeindrücke und die gezeigten unterschiedlichen Formen dieser Art waren sehr spannend. So haben z.B. gar nicht alle die vermeintlich typische Tannenbaummusterung auf dem Bauch.

Markus Auer 1 Markus Auer 2

Dann stand eine sehr leckere Mittagspause im benachbarten Restaurant an.

Nach der Pause zeigte uns Herbert Becker mit tollen Aufnahmen und viel charmantem Witz seine Reiseeindrücke aus Sri Lanka. Seine Reisefotos sind immer sehenswert, sodass ich mich auch bei Facebook immer wieder über solche freue.

Sebastian Nickl erzählte uns etwas über seine Haltung von melanochelys trijuga. Jetzt weiß ich auch was eine Koibürste ist. Das man so etwas auf einer Schildkrötentagung lernt hätte ich nicht gedacht.

Von Andreas S. Hennig bekamen wir grobe Hinweise zur naturnahen Ernährung häufig gehaltener Schmuck- & Höckerschildkröten. Er zeigte u.a. diverse Futtertiere und auch den beliebten Schildkrötenpudding.

Andreas S. Hennig

Sascha Pawlowski teilte seine detallierten Beobachtungen bei der Freilandüberwinterung von europäischen Sump- und Wasserschildkröten mit uns. Fotos von Schildkröten im Wasser, die durch eine dicke Eisschicht aufgenommen wurden, sieht man nicht jeden Tag. Allein schon die Übersichten, auf denen wir sehen konnten, welche Schildkröte wo überall im Teich gesehen worden ist, zeigten wie viel Zeit und Hingabe Sascha Pawloswski hier investiert. Ich bin mal gespannt, ob er den gutgemeinten Tip aus dem Publikum, ein Gewächshaus über einen der Teiche aufzustellen, umsetzt 🙂

Sascha Pawlowski 1

Sascha Pawlowski 2

Der Tiroler Willi Hofer zeigte uns seine Haltung und Nachzucht von cuora flavomarginata. Äußerst schöne Schildkröten. Die Haltung stellt in den Bergen mit den starken Wetterschwankungen eine noch größere Herausforderung dar, als bei uns im Flachland.

Willi Hofer

Das Beste kommt ja bekanntlich zum Schluss. Den letzten Vortrag am Samstag hielt Herr Professor Dr. Walter Sachsse, ein Pionier der Schildkrötenszene. Mit einem waschechten Diaprojektor zeigte er uns alte, aber erstaunlich hochauflösende Fotos aus seiner jahrelangen Schildkrötenerfahrung. Im Jahr 1964 hat er begonnen sich mit Schildkröten zu beschäftigen, also bevor die meisten Zuhörer überhaupt geboren waren. Sein wahres Alter wollte uns Herr Sachsse nicht verraten 😉
Ziemlich schnell begann er uns Fotos seiner Meeresschildkröten zu zeigen. Ja er hat Meeresschildkröten gepflegt, kein Scherz.Walter Sachsse

Bis auf eine einzige Art hat er alle gehalten. Zudem musste er damals noch selber Aquarienheizstäbe bauen, statt sie einfach im Zoohandel zu kaufen.
Bei diversen Wasserschildkrötenarten konnte er die allerersten Zuchterfolge in menschlicher Obhut verzeichnen. Seine Erfahrung ist wirklich riesig und es lag eine gewisse Ehrfurcht im Hörsaal. Ich glaube er hätte drei Stunden seine Dias zeigen können und es wäre niemand einfach aufgestanden und gegangen 🙂Walter Sachsse 2

Nach den vielen schönen Vorträgen ließen wir den Abend gemeinsam im benachbarten Restaurant ausklingen. Neben den Vorträgen ist das Beisammensein das Schönste an solchen Veranstaltungen. Neben vielen bekannten Gesichtern, über die ich mich immer sehr freue, konnte ich auch neue kennen lernen.

Am Sonntag ging es dann um 9:15 Uhr wieder weiter.

Nach der Begrüßung durch Mario Herz startete die Leiterin der Schldkrötenauffangstation Stuttgart, Christina Kern den Sonntag mit einem Einblick in den Alltag ihrer Auffangstation für Landschildkröten. Sie und ihre Helfer leisten wirklich tolle Arbeit und können diese mit Stolz zeigen.

Christina Kern

Den Vortrag der lieben Gunda Meyer de Rojas über das Rätselraten der Schildanomalien kannte ich zwar schon aus Peine, jedoch ist er so sehenswert, dass ich ihn mir noch einmal angeschaut habe und er war auch dieses Mal, durch die große Palette an Fotos verschiedenster Anomalien, einfach nur interessant.

Gunda Meyer de Rojas Gunda Meyer de Rojas 2

Danach kam das trockene aber keinesfalls zu vernachlässigende Thema Rechtliche Rahmenbedingungen zur Schildkrötenhaltung von Benedikt Machnik. Er stand aufgrund vorheriger Überziehungen etwas unter Zeitdruck. Dem war evtl. auch geschuldet, dass er den größten Teil seiner Präsentation ein zu eins ablas, was wirklich schade war, da Zuhörer i.d.R. hoffen, das das „Beamtendeutsch“ der Gesetztestexte ein wenig übersetzt wird.

Benedikt Machnik Benedikt Machnik 2

Für mich persönlich war der Vortrag zu den diversen Pelusius-Arten mit am interessantesten. Bedauerlicherweise war Ferry Grünewald aus persönlichen Gründen verhindert. Wir wünschen ihm alles Gute!
Zum Glück konnte der Allrounder Hans-Dieter Philippen jedoch einspringen und den Vortrag übernehmen. Er hat nicht nur ein unglaubliches Wissen, sondern auch ein Talent Vorträge zu halten. Ihm könnte man stundenlang zuhören.Hans-Dieter Philippen

Die Präsentation von Ferry war ein wahrer Hingucker, da der Designer unglaublich tolle Grafiken zu den verschiedenen Unterarten angefertigt hat.

Ferry GruenewaldIch brauchte diese nicht alle abfotografieren, weil es diese laut Hans-Dieter online zu sehen gibt 😛

Zu guter Letzt zeigte uns Ron Scheffel die Haltung von Ägyptischen Landschildkröten (testudo kleinmanni). Ich fand es super, dass er als Züchter, der natürlich gerne seine Nachzuchten verkaufen möchte, ohne zu zögern die immensen Stromkosten dieser Haltung aufzeigte, die sicher den ein oder anderen potentiellen Abnehmer abgeschreckt haben. Solch eine hemmungslose und evtl. geschäftsschädigende, aber dafür tierliebe Aufklärung ist leider nicht selbstverständlich.Ron Scheffel Ron Scheffel 2Zudem war es interessant auch mal die Haltung eines anderen Halters von kleinmannis zu sehen, da ich persönlich bisher nur Vorträge zur zwar vorbildlichen aber auch sehr schwer nachzuahmenden Haltung von Christine Dworschak kannte.

Am Ende hat Mario Herz etwas über die nächsten geplanten Aktivitäten der DGHT erzählt und auch auf das NRW-Schildkrötenwochenende in Dorsten hingewiesen. Danke dafür!Mario Herz

Nach den Vorträgen habe ich noch ein wenig im Foyer geshopt und Lampen und Futter gekauft. Nach einem Stärkungskaffe bzw. -kakau fuhren dann alle nach und nach Richtung Heimat. Mein lieber Retter nahm mich zum Glück weiterhin mit.
Ich darf mich nun um ein neues Auto kümmern bzw. darum wie ich meine hoffnungslose Möhre aus Bad Hersfeld nachhause bekomme. Ich könnte heulen, aber das Wochenende in Gersfeld möchte ich trotzdem nicht missen.

Weitere Fotos folgen in Kürze über meine Facebookseite 🙂